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Frei-/Naturbad Styrum eine skandalöse Geschichte

Die Mülheimer „Giftliste“ mit drastischen Kürzungen im Jugend-, Kultur-, Sport- und Sozialbereich bei gleichzeitig deutlicher Erhöhung von Steuern und Gebühren (mehr dazu hier) trifft auf breiten massiven Widerstand quer durch die Schichten unserer Stadt. In der ganzen Spardiskussion geht es nicht zuletzt auch um die geplante Schließung der Bäder in Styrum und Heißen. Es ist auffällig, dass sich viele für das Wennmann-Bad in Heißen stark machen, bisher aber kaum jemand für das Naturbad in Styrum. Die Unterschriftenliste der Fachschaft Schwimmen wendet sich zum Glück gegen beide Bäderschließungen ( Unterschriftenliste Bäderschließung als pdf-Datei). Im folgenden ein Brief eines Freundes des Styrumer Bades, der mit wenigen Worten die Bedeutung gerade dieses Bades deutlich macht. Unabhängig davon wäre die Schließung ein weiteres schlimmes und skandalöses Beispiel für Dilettantismus und Geldverschwendung in Mülheim, aber auch dafür, wie die Demokratie misshandelt wird. Mehr weiter unten.

Lieber Lothar,

erstmal vielen lieben Dank für Deine vielen Aufklärungsmails. So bin ich immer gut informiert.

Der Abriss des Brückenkopfes ist – nach Ruhrbania – der größte Unsinn. Es kostet nicht nur unverhältnismäßig viel Geld. Es wird – meiner Meinung nach – auch einen permanenten Stau auf Nordbrücke und den umliegenden Verteilerstraßen verursachen. Wohlmöglich wird meine Bahn, die 112, mit der ich täglich zur Arbeit fahre, auch öfter im Stau stehen. Mehr zum Overfly-Abriss etc. hier

Sag mal: Wer sitzt denn eigentlich im Stadtplanungsbüro? Meine mail darfst Du gerne weiter leiten.

Nächste Frage: Wer ist dafür verantwortlich das Styrumer Freibad zu schließen? Ich habe mit meinem Sohn dort den halben Sommer verbracht, incl. vieler meiner Schüler, die aus sozialschwachen Familien kommen und dort für wenig Geld soetwas wie Urlaub, körperliche Bewegung, Freude und Naturerlebnis erhalten, was es speziell für sie sonst in MH nicht gibt. Das Bad ist paradiesisch. Ich werde sehr traurig sein, wenn man es wirklich schließen würde.

Verantwortliche für die Schließung haben im Sommer sicher einen Swimmingpool im Garten … viel Freude!

Bitte versuche in Deiner Position weiter gegen den Umbau der Nordbrücke und für den Erhalt des Freibades zu “arbeiten”. Beides ist für unsere Stadt und ihre Bewohner sooooooo wichtig.

Liebe Grüße  ……..

Naturbad im Tausch gegen Flughafenausbau? Ergebnis auch dabei: Ein großer Scherbenhaufen!
Ein Lehr- (bzw. besser Leer)stück Mölmscher Mauschel-Demokratie und unverantwortlicher Geldverschwendung

Das Freibad Styrum wurde bereits in 2001 als Sparmaßnahme geschlossen, weil Sanierung nötig gewesen wäre und die Stadt ca. 300.000 DM (150.000 Euro) an damaligen jährlichen Zuschüssen sparen wollte. Die MBI veranstalteten eine Bürgerversammlung dazu, aus der heraus sich die BISS (BI „Schwimmen in Styrum“ mehr zur BISS) gründete, die ein Bürgerbegehren startete und in wenigen Wochen mit starker MBI-Unterstützung sensationelle fast 17.000 Unterschriften sammelte. Am Tag der Ratsentscheidung zur Zulässigkeit des Bürgerbegehrens war der überfallartige Überlauf des gekauften Yassine zur SPD, womit der Ratsmehrheiten gedreht wurden insbesondere zum Flughafenausbau, mehr dazu hier. Das überschattete alles. So konnte OB Baganz das Bürgerbegehren für unzulässig erklären, nachdem eine wenn auch dünne Ratsmehrheit für die Zulässigkeit stimmte. Absurd. So musste alles zum RP, der sich Monate Zeit ließ. Baganz versuchte dann, die 3 Initiatoren zu einem „Kompromiss“ zu bekommen, nämlich auf den Bürgerentscheid zu verzichten und im Gegenzug werde das Bad 2002 wieder geöffnet. Nur Achim Fänger (heute Ratsherr der Linken, aus der er gerade austrat) und Heinz-Werner Czeczatka-Simon (heute SPD-Bezirksvertreter) ließen sich darauf ein, Maren Masche (sachk. Bürgerin der MBI im Sportausschuss) aber wollte den Bürgerwillen umgesetzt wissen, sprich Bürgerentscheid. Deshalb ließ sich der RP Monate Zeit, um das Begehren mit haarsträubenden Argumenten als unzulässig zu erklären. Eine Klage war da aber nicht mehr nötig, weil bereits fest zugesagt war, das Bad wieder zu öffnen, was 2002 auch geschah. Mehr dazu hier

In 2004 beschlossen CDU, FDP und Grüne, anstelle einer Badsanierung dieses zum Naturbad umzubauen. Das wurde dann kurz nach den Wahlen 2004 endgültig beschlossen, weil die SPD mit stimmte entgegen ihrer Aussagen vor der Wahl. Sie hatte das in der „großen Koalition der Verantwortung“ per Kuhhandel mit der CDU ausgemauschelt und erhielt im Gegenzug deren Versprechen, beim Flughafen still zu halten. Eigentlich gab 2004 es Ratsmehrheiten sowohl gegen das Naturbad (MBI,SPD, WIR), als auch gegen den Flughafenausbau (CDU, MBI, Grüne), doch was interessiert in Mülheim schon der Wählerwille. So erlebte Mülheim den Dauerversuch, durch immer neue Hintertüren den Düsenflughafen einzuführen (Galgenhügel, Dauer-Ausnahmedüse und Wüllenkempers Airbussis), doch im Endeffekt endete alles kläglich, weil gesetzeswidrig (Galgenhügelrodung im Vorgriff, Dauer-Ausnahme) bzw. gegen Essen nicht wirklich durchzupauken (Geschäftsflughafen, Wüllenkempers Pläne). Mehr dazu hier

Für ca. 3 Mio. Euro wurde das Naturbad gebaut, die Sanierung des Freibads wäre für höchstens 1 Mio. zu haben gewesen. Dies wurde 2004 so beschlossen, obwohl die Stadt sich damals im Nothaushalt befand. Doch der RP drückte wie fast immer bei Mülheim alle Äuglein zu. 2006 wurde das Bad eröffnet und es kam, wie es kommen musste. Die Naturklärung funktionierte nicht richtig, dauernd Trübstandsmeldungen und Schließungen bei bestem Wetter. Die Probleme konnten auch in den Folgejahren nicht beseitigt werden trotz enormer Anstrengungen, wie auch. Anstatt die Fa. Ekoplant in Haftung zu nehmen, sollte die Versuchsphase um 1 Jahr, die Saison 2010, verlängert werden. Und nun soll das Bad geschlossen werden aus Gründen der Haushaltssanierung, um ca. 350.000 Euro jährlichen Zuschuss einzusparen. Man sieht: mehr als verdoppelt hat sich auch der Zuschussbedarf durch das Abenteuer mit dem Naturbad, das eher einem lebenden Großversuch ähnelt. Wird das Bad dicht gemacht, verzichtet die Stadt sicher auf jegliche Regressansprüche an EKO-Plant. Unabhängig davon wäre es ein weiteres Beispiel, wie Geld regelrecht zum Fenster hinaus geworfen wurde: 3 Mio. Bau- plus 2 Mio. Zuschusskosten für 4 Jahre nicht richtig funktionierendes Naturbad und dann stillgelegt genau wie vorher die Vergärungsanlage (Gesamtkosten ca. 20 Mio.! mehr hier). Doch das ist eine andere, wenn auch ähnlich gelagerte Geschichte. In beiden Fällen geschah das eigentlich wider besseren Wissens, denn es kann nicht sein, dass die anderen Ratsfraktionen dümmer wären als die MBI, die beides genau so vorhergesagt hatten, wie viele andere Bürger übrigens auch!

Die MBI werden sich ungeachtet dessen dafür einsetzen, dass eine andere Lösung als die Schließung für das Bad in Styrum gesucht wird!

L. Reinhard, MBI-Fraktionssprecher

  • Unterschriftenliste der Fachschaft Schwimmen gegen Bäderschließungen in Styrum und Heißen Unterschriftenliste Bäderschließung als pdf-Datei (52 KB)
  • Weitere Meldungen mit Links zum Thema Frei-/Naturbad Styrum, chronologisch sortiert hier
  • MBI-Anträge/Anfragen im Sportausschuss zum Frei- Naturbad Styrum hier