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Mit der Heimat stirbt ehrenamt-liches Engagement vice versa!

Aus auch für das Mülheimer Schulmuseum!

WAZ, 13.9.13, der ganze Artikel hier

„Das Aus für Mülheims kleinstes Museum ist besiegelt: Im Historischen Klassenzimmer, das der Styrumer Geschichts-gesprächskreis seit 1996 ehrenamtlich betreibt, wird in Zukunft keine Geschichts-Lehrstunde mehr abgehalten werden. Wie berichtet, sollte das Schulmuseum, das zur Zeit in der ehemaligen Grundschule Schlägelstr. eingelagert ist, zusammen mit dem Verein Kunsthaus in die Räume der Grundschule an der Meißelstraße einziehen. Mit der Lösung waren die Ehrenamtlichen nicht einverstanden – und kündigten dem Kulturdezernenten in einem Schreiben ihr Engagement.
„Wir waren von dem Entschluss sehr überrascht“, sagt Kulturdezernent Ulrich Ernst. Mehrere Gespräche mit Verantwortlichen von Stadt, Kunstverein und Gesprächskreis habe es seit Anfang des Jahres gegeben. „Eigentlich herrschte auch Einvernehmen“, erklärt Ernst. 100.000 Euro hatte die Stadt den Ehrenamtlichen für den Betrieb ihres Museums zugesichert. Dann habe es kurzfristig ein Schreiben gegeben, in dem es heißt, dass sie das Museum nicht fortführen möchten. „Wir bedauern das sehr“, meint Ernst. Vorschläge, das Schulmuseum in Räumlichkeiten außerhalb Styrums unterzubringen, seien abgelehnt worden. ………………………“

Im Gebäude der ehemaligen Grundschule Schlägelstr. war das Schulmuseum untergebracht. Nun wurde das Gebäude zur Kita umgebaut, so dass das Schulmuseum von Frau Pesch-Krebs, der früheren Schulleiterin an der Schlägelstr., zur Meißelstr. umziehen sollte, eine Grundschule in der Nähe, die ebenfalls aufgegeben wird. Da das Gebäude Meißelstr. aber bereits dem Verein Kunsthaus versprochen ist, reicht der Platz nicht für das Schulmuseum.

So schreiten die Auflösungserscheinungen der Mölmschen Stadtgesellschaft scheinbar unaufhaltsam voran. Vorgestern das schöne Rio-Kino und der Arkadengang zum Gartendenkmal hin, was alles Ruhrbania weichen musste, dann die ev. Akademie, der Saal im Handelshof, das Backsteintheater, das Kaisereck, uswusf.. Und demnächst die Troostsche Weberei und die denkmalgeschützte Unternehmervilla Scheffelstr., vielleicht aber auch das Ledermuseum, das durch die Filzstrukturen dieser Stadt in Nöte zu geraten droht, oder die Alte Dreherei, die außerhalb der Stadt mehr Anerkennung und Unterstützung erhält als in Mülheim selbst. Die Jugendherberge, der Blick von Tilsiter Str./Oppspring, der Aufgang von der Mausefalle zum Kirchenhügel, die Naherholungslandschaft am Auberg, die VHS für spinnerte Hotelpläne, der Schulsportplatz van-der-Tann-Str. und wer weiß, was an verbliebenen Schönheiten oder Identifikationspunkten noch geopfert wird …..

Heute dafür die Einweihung des teuren neuen Hauses der Stadtgeschichte in der ehemaligen Augenklinik, wofür dann u.a. das schöne Gebäude der Musikschule am Eingang zur Schleuseninsel verschwand.

Doch auch das aufgepeppte neue Haus der Stadtgeschichte kann die schwindende Identifikation der Mülheimer Bürger/innen mit ihrer Stadt kaum verbessern, genausowenig wie das misslungene Projekt Ruhrbania, dabei sogar viel eher im Gegenteil,

Eine Stadt aber, die immer weniger als Heimat empfunden wird, regt auch immer weniger zu ehrenamtlichem Engagement an. Nicht nur die zunehmenden Dauerbeschwerden der überforderten Landschaftswächter sollten nachdenklich stimmen, tun sie aber anscheinend nicht.

Es ist auch bezeichnend, dass bei den öffentlich bestens geförderten „Stadtspielen“ wie letztes Jahr „Ruhrzilla“ und nun „Momentanindustrie“ auswärtige Künstler sich aufgesetzte Sachen zur Krise unserer Stadt einfallen lassen, die aber fast vollständig an der Mülheimer Bevölkerung vorbei gehen. Nicht sehr viel anders war und ist es mit dem Charrette-Verfahren zur Innenstadt oder dem ähnlich teuren „Leitbildprozess“ – in Wirklichkeit viel Aufwand für kaum Ertrag und an der Bevölkerung vorbei.

Da wo dann wirklich etwas stattfindet, wie bei dem Schulmuseum, geht es dann plötzlich den Bach runter, weil man irgendwie an den Beteiligten vorbei ….. es aber so nicht gewollt hatte. Na denn!

Es stimmt einiges an der Prioritätensetzung in unserer Stadt nicht mehr! Wer am Samstag das Interview mit Helge Schneider gelesen hat, der weiß Bescheid, denn selbst Blödelbarde Helge kann seinen Sarkasmus bzgl. seiner Heimatstadt nur unschwer verbergen.

vgl. Helge Schneider malt sich Zukunft als Reeder von Ruhrbania aus – Helge Schneider gut gelaunt und gesprächsfreudig. Doch nicht alle Fragen und Antworten, u.a. zu Ruhrbania, gab er zur Veröffentlichung frei“ hier

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