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Mülheim schrumpft weiter, die Bauwut aber leider nicht!

Trotz aller Propaganda und Schönfärberei:

In Mülheim/Ruhr gab es in den vergangenen Monaten erneut einen leichten Rückgang der Einwohnerzahl trotz der deutlich gestiegenen Zuwanderung von Einkommensschwächeren aus Krisengebieten: Lebten Ende 2012 noch 166.654 Menschen in der Ruhrstadt, waren es Ende Juni lediglich noch 166.530, teilte das statistische Landesamt Ende Okt. 2013 mit.

Im Flächennutzungsplan (FNP) aus 2005 wurde für das Jahr 2015 von einer Bevölkerung von 170.000 ausgegangen, wofür entsprechende Wohnbauflächenreserven eingeplant wurden, vgl. S. 44 des FNP-Erläuterungsberichts. Das erklärt die ungezügelte Bauwut des letzten Jahrzehnts.

2004 gab es 171.000 Einwohner. Um aber die „befreundeten“ Grundstücks- und Immobilienhändler nicht zu verärgern, hat man damals behauptet, in Mülheim sei alles anders als im restlichen Ruhrgebiet, hier würde permanenter Zuzug vor allem der besser verdienenden jungen Familien den Sterbeüberhang fast ausgleichen. Deshalb müssten Wohnbauflächen in Grün- und Freiflächen und in Außenbe-reichen zusätzlich ermöglicht werden (Fünter-, Löns- und Mariannenweg, Tilsiter Str., Schlippenweg, Mendener Str., Kuhlendahl, Oemberg, Postreitweg, Großenbaumer Str., Friedhofstr., Auf dem Bruch, Sellerbeckstr., ex-Ruhrtaler-Gelände, Mergelstr., Selbeck, Mintard u.v.v.v.v.m, von der Umwandlung von 6 Sportplätzen und Ruhrbania zu Wohnbauflächen ganz zu schweigen. Einige Beispiele mehr aus dem Mölmschen „Jahrzehnt der Bauwut bzw. Bauwütigen“ weiter unten)

Die Realität hat das Wunschdenken bzgl. der Bevölkerungs-entwicklung bereits Jahre vorher deutlich unterboten. Doch auch das hat die Mölmschen „Strategen“ in Verwaltung und Politik zu keinem Nach- oder Umdenken veranlassen können. Deshalb wurde in Kooperation mit MWB, SWB und Immeo ein teures Gutachten erstellt, das sich „Handlungskonzept Wohnen“ nennt und in der letzten Ratssitzung am 1.10.2013 mehrheitlich beschlossen wurde, gegen die MBI-Stimmen. Darin werden erneut die FNP-Ziele aus 2005 im wesentlichen bestätigt. Welch Überraschung!

Es wird Heulen und Zähneknirschen sein, falls demnächst die Bauzinsen wieder hochgehen oder eine Wirtschaftsflaute vor allem das Ruhrgebiet trifft. Doch warum soll es Mülheim mit seinem notorischen Hang zur Leugnung von Realitäten anders ergehen als Spanien oder Irland oder woanders, als dort die Spekulationsblasen der Bauwütigen irgendwann einfach platzten, plopp?!

Ach ja und außerdem: Der „demografische Faktor“ ist in Mülheim viel, viel weiter fortgeschritten als etwa in Spanien! Doch egal. Zum Thema u.a.

  • Übersicht zu Mülheimer Bauprojekten von 2000 bis 2010 hier
  • Brief von Prof. Sperlich an alle Stadtverordneten: “Bitte helfen Sie, die Bebauungspläne Berger Straße und Tilsiter Straße zurückzustellen und lassen Sie die Planer gründlich neu überlegen, wie eine nachhaltige Stadtentwicklung zu erfolgen hat, bevor der Landschaftsfraß weiter um sich greift!” als pdf-Datei (66 KB)
  • “Mit Vollgas in den Leerstand?“ – Marktanalyse zum Mülheimer Wohnungsmarkt von Dr. Dietz als pdf-Datei (189 KB)
  • „Alle Revierstädte schrumpfen, nur eine nicht ….. Was ist das Wohlfühl-Geheimnis von Mülheim? so die Bild-Zeitung mit Foto der strahlenden OB am 28.9.2010. Wie bitte? Mehr hier
  • Mehr zu den Bauplänen in der Heimaterde hier

Aufzählung von Wohnbautenneubau und -plänen im Mülheim der letzten 10 Jahre, allerdings unvollständig, da die Orgien von Bauprojekten in der schrumpfenden Stadt wegen der hohen Zahl kaum nachzuhalten sind.

Neue Wohnbaugebiete entstanden in Mülheim zuletzt u.a. mit dem Riesenkomplex an der Dimbeck/Rochusstr. (Bild rechts), an der Klotzdelle, an der Mergelstr., der Kuhlenstr., der Hagenauer Str., weiterhin massiv auf dem Kasernengelände und ebenso auf der Saarner Kuppe. Außerdem wurde zusätzliches Baurecht geschaffen u.a. an der Augustastr., auf dem ehemaligen Schulgelände Mühlenfeldschule, am Erbecksfeld, auf dem ehemaligen Gärtnerei-Gelände an der Gracht, in den Zwischenhöfen am Hingberg, an der Scheffelstr. auf dem ex-Ruhrtaler-Gelände, im ehemaligen Stadtbad, in der verkauften Jugendherberge (Bild links), in etlichen Baulücken überall im Stadtgebiet uswusf………….

Zusätzliche Bebauungspläne für Fünterweg/Honigsberger Str., Mariannenweg, Oemberg/Nachbarsweg,  August- Thyssen-Str. in Mintard und auf den vorherigen Sportplätzen am Blötterweg und an der Hochfelder Str. (zur Finanzierung der Stadionpläne des VfB Speldorf), wurden rechtskräftig und bebaut, die Sportplätze Mühlenfeld, RSV-Platz, Amundsenweg und von-der-Tannstr. sollen noch folgen (zur Finanzierung des Luxussportplatzes in Heißen). Mit dem 100-Häuser-Programm kamen/ kommen Wohnhäuser auf das ex-Schulgelände Auf dem Bruch und an der ex-Obdachlosensiedlung Sellerbeckstr. hinzu.

Auch wenn die hochgradig heiklen B-Pläne Mendener/Bergerstr. und Kuhlendahl (Schwestergärten) sowie die Bebauung der Geldermann-Wiese im Rumbachtal vorerst nicht umsetzbar waren, sollen bzw. haben weitere B-Pläne u.a. zusätzliche Baugebiete (ge-)schaffen an der Tilsiter Str./Oppspring, am Fängerweg, an der Gracht, an Klöttschen/Vereinstr., in der Heimaterde Kleiststr./Schwarzenbeckstr., an der Holzstr., an Großenbaumer/Saarnberg, und natürlich an der Ruhrpromenade zusätzlich zum Stadtbad, nachdem Gartendenkmal, Bücherei und Rathausneubau dem Erdboden gleich gemacht wurden, für teure Wohnungen. Demnächst sollen Gesundheitshaus, AOK und ehemaliges Arbeitsamt folgen, genau wie das Schulgelände Arnoldstr.. Am Aubergsweg, an der Otto-Pankok-Str., auf dem ex-Fichtenhof, anstelle der denkmalgeschützten Troostschen Weberei sollen genauso Luxuswohnungen entstehen wie in der gerade abgerissenen ehemaligen Musikschule am Eingang zur Schleuseninsel. Die lange leerstehende Lederfabrik Hammann wurde gerade fertig für ca. 80 Altenwohnungen, am Postreitweg, am Schlippenweg, am Lönsweg, am Hantenweg, auf den Flächen der ex-Grabeländer auf der Heide- und der Friedhofstr., im Rumbachtal neben der Kapelle uswusf…. überall noch zusätzliche Wohnbebauung oder Pläne dazu.

Mehr zur Mölmschen Bauwut im Harakiri-Stil

  • Okt. 13: Otto-Pankok-Str. und der Missbrauch des § 34 BauGB hier
  • Sept. 13: Kein Riesenreiterhof am Auberg! Hände weg vom Auberg, endgültig! hier
  • Juni 13: Keine weitere Zerstörung oder Umbenennung von Mülheimer verbliebenen Rest-Schönheiten! hier
  • März 13: Bauen im Außenbereich von Holthausen gegen Sinn und Verstand! hier
  • März 13: “Schwesterngärten” bleiben grün! Prima! Frischluftschneisen in Holthausen aber nicht? hier
  • April 13: Schadensbegrenzung Ruhrbania nicht gewollt! Unfassbar! hier
  • Nov. 12: Ein erschreckend bauwütiger, rücksichtsloser Bauausschuss hier
  • Juli 11: “Unsere Stadt wird zugemauert” – Mölmsche Beton- und Filzpolitik hier
  • Feb. 11: Aus dem Innenleben des Mölmschen Filzes oder wie Mülheim an die Wand gefahren wurde … hier
  • Juni 11: Heikler B-Plan Kuhlendahl hier
  • Mai 11: Aus für zerstörerischen B-Plan Menden – endlich! hier
  • Feb. 11: MBI beantragen: Baupolitik umorientieren hier
  • Feb. 11: Mülheim, die Klimastadt mit heißer Luft? hier
  • Nov. 10: Das Jahrzehnt des totalen Ausverkaufs öffentlicher Güter in Mülheim hier
  • Juni 10: Die zerstörerische Mölmsche Bauwut ist Harakiri! hier
  • Mai 10: Immobilien-Haifischbecken MH hier