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Fallwerk Jost: Ende einer fast endlosen Skandalgeschichte absehbar! Gut so, wenn auch wieder Chancen vertan wurden!

Die schrottverarbeitende Firma Jost, kurz „das Fallwerk“ genannt, hat nun das städtische Gelände an der Timmerhellstraße gepachtet, wie das folgende Schild zeigt, das seit Ende Oktober 2014 an der Timmerhellstraße im Gewerbegebiet Hafen zu sehen ist.
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Noch arbeitet der hochgradig störende Betrieb an der Weseler Str. am Rande der Wohngebiete von Hofacker- und Eltener Straße. Wahrscheinlich wird er im nächsten Jahr umziehen und wohl kurz vor der OB-Wahl – rein zufällig, versteht sich – ganz von der Weseler Str. verschwunden sein. Was dann dort auf dem zweifelsohne stark belasteten Gelände in Zukunft passieren wird, ist noch unklar. Doch darf wohl keine Schrottverarbeitung wie bisher mehr dort betrieben werden und ganz sicher auch keine Falltürme mehr.
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Nach jahrzehntelangem Kampf für die Verlagerung des Fallwerks Jost freuen sich die MBI mit den Anwohnern, dass diese lange überfällige Maßnahme jetzt absehbar Realität wird. Die MBI bedauern, dass dabei die städtebaulichen Möglichkeiten zur Reparatur von städtebaulichen Mängeln in Speldorf nicht genutzt werden, doch egal.

Falli5Seit fast 60 Jahren bearbeitet das Werk nicht nur Schrotte aller Art und Größe mit unterschiedlichen Methoden und unter freiem Himmel. Es erzeugte seit Anbeginn auch eine weltrekordverdächtige Lawine von Protesten und Beschwerden wegen Höllenlärms, unzumutbaren Erschütterungen und Belastung von Luft und Boden mit Giftstoffen. Fragt man z.B. den vor über 10 Jahren altersbedingt bereits pensionierten ehemaligen Jugendamtsleiter (dem sicherlich niemand MBI-Nähe unterstellen wird), so wird er ausführlich berichten, wie schon sein Vater als seinerzeitiger Vorsitzender des Speldorfer Bürgervereins Ende der 50iger Jahre heftig gegen dieses Werk protestierte und Beschwerden verschickte, vergebens wie viele zig-tausende in den folgenden Jahrzehnten bis heute. Dabei hätte es seit Anbeginn bis heute immer wieder Ansatzpunkte für die Behörden von Stadt und Land gegeben, die massiven Beeinträchtigungen von Bevölkerung und Umwelt zumindest deutlich zu reduzieren, so man denn gewollt hätte. Mehr dazu u.a. in

  • Aug. 13: Den gravierenden Fehler Standort “Fallwerk” Jost, Weseler Straße, endlich korrigieren! Warum eine derartig krasse Fehlentscheidung wie der Fallwerk-Standort Weseler Str. , möglich war und über Jahrzehnte nicht korrigiert wurde. Oder: Das Fallwerk Weseler Str. als ein Baustein in dem städtebaulichen Fiasko in Mülheim-Speldorf hier
  • Juni 13: Speldorf: Städtebauliches Fiasko sondergleichen im reichsten Mülheimer Stadtteil hier
  • 6.9.12: “Sandersche Erblasten: Beispiel städtebauliches Fiasko in Speldorf” hier
  • 7.8.12: Fallwerkverlagerung möglich! Hoffnungsschimmer für Speldorf? hier
  • Juni 12: MBI-Flugblatt: “Die Fallwerk-Saga – eine Schande für Stadt und Land!” als pdf-Datei (85 KB)
  • Feb. 11: Endlich Bewegung beim Fallwerk Jost in Speldorf? hier
  • Nov. 10: MBI-Hilferuf an Umweltminister Remmel wegen des Dauer-Umweltskandals Fallwerk Weseler Str. im Trinkwasserschutzgebiet und am Rande der Wohnbebauung als pdf-Datei (36 KB)

Bereits die ursprüngliche Genehmigung war sehr bedenklich, immer wieder haarsträubende Berechnungen zu den real unzumutbaren Lärmbelästigungen insbesondere durch den Impulslärm der Falltürme, die Schrottschere usw., dazu unerträgliche Erschütterungen über den zulässigen Werten, Bodenverseuchung im Wasserschutzgebiet und dann auch noch die Staubmessungen seit 2002 mit bedenklich hohen Schadstoffwerten in der Luft für Nickel, Chrom etc.. Die Vielfachbelastungen durch dieses Werk an einem Standort, wo es nie hätte genehmigt werden dürfen, waren mehr als bedenklich, das jahrzehntelange Vertuschen der Probleme oft skandalös.
Nun ist ein Ende endlich absehbar nach langem, häufig sehr frustrierenden Widerstand der Bürgerinitiative und der MBI gegen die offensichtlichen Unzumutbarkeiten dieses Fallwerks.

Falli-Luftbild2Die 33.000 qm Betriebsgelände an der Weseler Str. liegen an der Nahtstelle zwischen Gewerbe-/Industriegebiet Hafen und den Stadtteilen Speldorf/Broich. Ein Nachnutzungskonzept hätte wichtige Impulse und Möglichkeiten insbesondere für Speldorf, aber auch für die nahe Hochschule im Aufbau bringen können. Das aber wurde seitens der Stadt anscheinend bei den Verhandlungen über die Verlagerung des Fallwerks auf das für Jost viel größere und attraktivere städtische Grundstück (u.a. auch Wasseranschluss) entweder nicht versucht oder nicht durchgesetzt. Der MBI-Antrag, dazu den B-Plan Z 11 neu aufzulegen, neben Jost auch die Bürger mit einzubeziehen und die Ziele für das durchaus spannende Grundstück neu zu bestimmen, wurde von Verwaltung sowie SPCUFDGrüne abgelehnt. Schade, weil eine große Chance vertan wurde, die städtebaulichen Sünden der Vergangenheit wenigstens in Teilen zu korrigieren. Mehr auch in

  • MBI-Antrag für die Sitzung der Bezirksvertretung 3 am 14.09.14 und des Planungsausschusses am 16.09.14 zur zügigen Weiterbearbeitung des 1996 auf Eis gelegten B-Plans Z 11 „Emmericher Str./Weseler Straße“ für die Zeit nach der anstehenden Verlagerung des schrottverarbeitenden „Fallwerks“ von der Weseler an die Timmerhellstraße hier
  • 16.8.14: WAZ: “MBI fordern – Jetzt Speldorf reparieren” hier

L. Reinhard, MBI-Fraktionssprecher und vor Gründung der MBI lange Jahre Sprecher der BI „Emmericher Str./Fallwerk“

Trotz Fallwerkverlagerung:
Speldorf – Der Letzte macht das Licht aus?

Leider ist auch zur Nutzung des lange brachliegenden Speldorfer Depots die nächste große Chance für Speldorf ungewiss geworden. Bekannt ist seit dem WAZ-Artikel vom 6.7.14, dass TenBrinke die Errichtung eines Rewe-Markts im Depot von einer Genehmigung eines weiteren Rewe-Markts an der Düsseldorfer Str. in Saarn abhängig zu machen scheint. Oh, oh, oh …
Ferner beantragte Rewe eine Verkaufsflächenerweiterung um 500 qm für seinen Markt an der Duisburger/Ecke Jakobstraße. Doch dafür verweigert nun zum Glück die Stadt die Genehmigung. Eigens dazu wurde ein Bebauungsplan mit Veränderungssperre aufgelegt, der im Planungsausschuss am 11.11.14 hoffentlich von allen Fraktionen beschlossen wird. Die Rewe-Gruppe möchte offensichtlich testen, wie standfest die Stadt Mülheim ist. Depot Speldorf5Insbesondere geht es darum, dass und ob Rewe einen Markt im verwaisten Speldorfer Depot auch wirklich errichten will, wie nun beantragt, was durch Erweiterung des existierenden, nahen Discounters auf dem ehemaligen Tenter&Dehnen-Gelände aber gefährdet wäre. Man wird sehen.

Die “Rahmenplanung Speldorf” von 1994 beinhaltete als Oberziel, die Duisburger Straße und das Stadtteilzentrum wieder mehr in die Mitte zu rücken, u.a. durch Erweiterung und Stärkung der Wohngebiete im nördlichen Problemgürtel der an die Wohnbebauung angrenzende konflikt-geladene Gewerbebetriebe (Fallwerk, Hammann, Mellis, VW Schultz etc.), aber auch durch Wohnbebauung auf dem untergenutzten großen Gelände des Bhf. Speldorf. Der gesamte Durch-gangsverkehr sollte über die Weseler Str. geleitet werden, die Duisburger Str. ab Akazienallee beruhigt werden durch Verlegung der Straßenbahnschienen in die Mitte uswusf..
Die B-Pläne für die Bereiche zwischen Weseler und Duisburger, sprich Hofacker-, Hansa- und Lutherstr. zur Aufwertung der Wohnfunktion wurden 1995/6 auch eingeleitet, aber recht unwil-lig und lieblos, und dann nicht weiterbearbeitet. Begründung: Die Probleme Fallwerk Jost und Hammann. Der beschlossene Fahrrad-Fußweg über die ehemals geplante Trasse der Emmericher und ab Ruhrorter bis Raffelberg wurde danach zur Zickzack-Lachnummer, weil die Getränke-firma Mellis den von der Stadt gepachteten Streifen auf der gestorbenen Mini-Autobahn nicht räumen wollte. Also verkaufte die Stadt ihm das Land und der mit viel Landesgeldern gebaute Radweg wurde recht sinn- und nutzlos sowie insgesamt recht wenig benutzt.
Die Schwächung des Stadtteilzentrums Speldorf wurde noch mehr beschleunigt, weil der B-Plan zum Ausschluss weiteren Endverkaufs an der Weseler Str. von der Verwaltung auf Jahrzehnte bis heute blockiert wurde, eine städtebauliche Todsünde!

Insgesamt ein städtebauliches Fiasko für Speldorf,

das noch vergrößert wird durch den jahrelangen Leerstand des Depots, nachdem Penny Ende 2007 ein Stück weiter neben “Mutter” Rewe umzog.
Mit geordneter Stadtplanung hatte die für Speldorf fatale Missachtung der „Rahmenplanung Speldorf“ durch die 16 Jahre Sander-Ära wenig zu tun. Hinzu kam noch die unverantwortliche Verschlampung der Förderanträge für den Umbau der Duisburger Str. inkl. der Verlegung der Straßenbahnschienen der 901 über viele Jahre, bis es zu spät war.

Mehr zum Depot u.a. in

  • 28.4.14: Depot Speldorf – Ende eines fast endlosen Niedergangs in Sicht? hier
  • 4.6.14: Speldorf: Der letzte macht das Licht aus oder endlich wieder Stadtteilentwicklung? hier
  • 6.7.14: WAZ: “Investor kommt am Speldorfer -Depot nicht weiter” hier
  • 1.11.14: WAZ: “Stadt will Speldorf stärken” hier

und zu Speldorf insgesamt

  • Mai 13: “Speldorf: Städtebauliches Fiasko sondergleichen im reichsten Mülheimer Stadtteil” hier
  • Sept. 12: “Sandersche Erblasten: Beispiel städtebauliches Fiasko in Speldorf” hier
  • Juli 10: Speldorf im Kern völlig verödet wie im Speldorfer Depot oder an der Duisburger Str., auf der eine unkoordinierte Baustellenpolitik das Chaos noch potenziert! Mehr hier
  • Juni 10: „Speldorf in Not“ hier
  • April 10: Chance Fachhochschule: Begradigung Duisburger Str. nicht gewollt? Zuviel Arbeit? Die letzte Chance für Speldorf auch noch vergeigt!?  hier
  •  März 08: MBI- Flugblatt “Trauerfall Stadtteilzentrum Speldorf? Der letzte macht das Licht aus? ….“ als pdf-Datei (89 KB)
  • Sommer 2004: Kanalprobleme und Überschwemmungen auf der Duisburger aufgrund jahrelanger Schlamperei? hier
  • Sept. 03: „Speldorf Wildwest, Folge ff. Wenn Stadtplanung nicht mehr zu existieren scheint …..” hier
  • Zur Remineszenz: WAZ von Aug. und vom 28.12.1994 zu Speldorf mit 2 Artikeln auf 1 Seite: “Fallwerk bleibt der Knackpunk” und “Stich” schützt Speldorfer Kern vor Blechlawine”, zusammen als pdf-Datei (1,69 MB). Ist heute, 20 Jahre später, noch brandaktuell bis eben auf die Tatsache, dass mit der anstehenden Fallwerkverlagerung eine Chance für Speldorf besteht, die aber wohl auch noch vergeigt wird.