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Ist die VHS noch zu retten? Ja, aber es muss gewollt sein!

  • Nächstes Treffen der BI “Erhalt unserer VHS in der MüGa” am Do., dem 30. November, um 19 Uhr in der Aula der Grundschule Zunftmeisterstraße Mehr hier

Am 24. Okt. 17 war fast eine ganze Seite in der WAZ gefüllt mit Leserbriefen zur VHS. Überschrift „Ärger über Versäumnisse“. Das aber ist nicht der Haupttenor der 8 abgedruckten Leserbriefe! Diese drücken hauptsächlich ihre berechtigte Empörung über das erschreckend ignorante Verhalten von Verwaltung und dem Großteil der Ratsvertreter aus. Ferner kommt deutlich zum Ausdruck, dass der Erhalt der VHS gefordert wird und dass die Menschen sehr wohl verstehen, was bei dem Riesenskandal vor sich geht, dass nämlich Immobilienhaie gierig sind auf dieses absolute Sahnegrundstück der Stadt.

Es ist schon bedenklich, wie die WAZ ziemlich deutlich versucht, genau davon abzulenken. Dazu passt dann auch das Foto über den Leserbriefen von den seit Jahrzehnten nicht gestrichenen Außenwänden. Ebenso unten auf der Seite das Foto von Mendack und Buchwald, also die beiden Hauptverantwortlichen, zu denen die WAZ schreibt: „ ….. sind eingebunden in den Prozess um die VHS.“ (Ist ja ein Ding, gell!)

Seit der Knall-auf-Fall-Schließung der VHS will die Zeitung den Eindruck vermitteln, dass da zwar einiges nicht ganz sauber war, aber der brachial herbeigeführte VHS-Tod sei unvermeidlich, quasi alternativlos. Seit nun bereits über 5 Wochen ist die VHS geschlossen, bewacht von der Vollmer-Gruppe für 6000 € die Woche. Nicht einmal das wollte die Zeitung korrigieren, denn der Preis musste auf MBI-Nachfrage im Finanzausschuss zugegen werden. Die WAZ machte daraus 6000 € pro Monat („natürlich“ ohne die MBI zu erwähnen) und befasste sich in der Berichterstattung hauptsächlich mit dem Populismus-Geschwafel des SPD-lers Böhm zu der weiteren Fragen der MBI-Vertreterin, warum urplötzlich in der Prioritätenliste des IS (Immobilienservice) der seit einem Jahrzehnt eingestellte und nie benutzte Betrag von über 2 Mio. auf 1 Mio. gekürzt worden sei. Unter-Überschrift des damaligen WAZ-Artikels vom 12.10. „Stadtkämmerer will zeitnah abfragen, ob Gutachten Alternativen zum MüGa-Standort prüfen sollen – oder nur eine Sanierung im Bestand“ Eine Woche später dann die Überschrift „VHS mindestens fünf Jahre geschlossen“ (von wegen „zeitnah“ prüfen!). Auch diese Aussage wurde nur getätigt, weil viele aufgebrachte Bürger wegen des VHS-Skandals zur Ratssitzung erschienen waren. Noch am Tag davor wollten Verwaltung und Großteil der Politik den MBI-Antrag zur VHS von der Tagesordnung stimmen und einfach nicht darüber reden, also das gleiche Versteckspiel wie in den 4 Wochen davor seit der überfallartigen Schließung. Auch die WAZ-Berichterstattung von der Ratssitzung war tendenziös und vornehmlich im Sinne der Verwaltung mit ihrer Vorgabe von angeblicher Alternativlosigkeit. Die Statements und Fragen des MBI-Sprechers wurden z.B. entweder ignoriert oder bis fast zur Unkenntlichkeit verstümmelt.

3 Fragen wurden z. B. überhaupt nicht beantwortet.

  1. Was genau wurde denn am 18. Sept., rein zufällig zu Beginn der Woche mit der Bundestagswahl, an Brandschutzmängel neu entdeckt, was nicht seit Jahren durch Gutachten, häufige Brandschauen der Feuerwehr bereits ausgiebig und detailliert bekannt war? Die überfällige Schwemmung der Leitungsdurchbrüche war bereits seit mindestens 2008 auch der Feuerwehr nachweislich bekannt. Das aber wurde am 18.9. als Hauptgrund angegeben und die VHS als „löchrig wie ein Schweizer Käse“ hingestellt! Wer das Gebäude kennt, kann nur den Kopf schütteln.
  2. Warum wurde die Zeit des Leerstands nicht genutzt, um diese Mängel, die bautechnisch nicht gerade kompliziert zu beheben sind, zu beseitigen? Warum wurde/wird das leere Gebäude unzugänglich gemacht und so bewacht, damit ja kein Mensch sich selbst hätte vergewissern können, um was es denn geht?
  3. Was sagt die Obere Denkmalbehörde zu der Zerstörung ihres Denkmals? Auf diese sogar schriftlich eingereichte Frage schwafelte der zuständige Dezernent nur etwas Allgemeines, dass man den Denkmalschutz beachten werde.

Als dürftige Begründung dafür, dass das VHS-Gebäude bei Sanierung 5 Jahre geschlossen bleiben müsste, gab die Verwaltung an, weil dabei „gebundene Schadstoffe freigesetzt würden“. Was denn genau um Himmels Willen? Das VHS-Gebäude wurde vor Jahren u.a. auf Asbest hin ausgiebig untersucht mit negativem Ergebnis. Dabei waren die Deckenplatten ebenfalls herunter genommen worden und der nun angeblich urplötzlich entdeckte „Schweizer Käse“ hätte spätestens da auffallen müssen, d.h. selbst denjenigen, denen die vorherigen Brandschau- und Gutachterberichte vorenthalten worden waren. Jetzt alles auf „Pfusch am Bau“ in den 70er Jahren zu schieben, ist mehr als billig, aber ein gutes Ablenkmanöver.

Ebenso ist es nicht nachvollziehbar, dass z.B. an der mit deutlich mehr Schadstoffen belasteten Gustav-Heinemann-Gesamtschule über Jahre bei laufendem Betrieb saniert wurde, was bei der VHS nun angeblich nicht gehen soll.

Es gibt noch eine lange Kette von weiteren Indizien, die darauf hinweisen, dass ein Weiterbetrieb unserer VHS im Gebäude an der MüGa schlichtweg nicht gewollt ist. Nachdem die ersten 3 Versuche (Hotel, Sparkassenakademie und im neuen Gebäude statt des Kaufhofs) gescheitert waren, hat man versucht, die VHS über Brandschutz und Totalsperrung kaputt und weg zu bekommen. Alles weist darauf hin, dass dies nicht über Nacht vom Himmel fiel!

Die totale Rücksichtslosigkeit und Brutalität gegenüber den Dozenten und Kursteilnehmern verschlägt einem bereits die Sprache.

Dass aber die SPD eine ihrer größten Errungenschaften in dieser Stadt zum wiederholten Male einfach opfern will, für welche Immobilienhändler auch immer, läßt einen schaudern, auch wenn es typisch ist für den dramatischen Niedergang der einst stolzen Arbeiterpartei ist.

Dass auch die Grünen, die sich so vehement stark machen für noch mehr Zuwanderung, die herausragende Bedeutung unserer VHS für die dringend benötigte Integration einfach negieren, zeigt die Scheinheiligkeit dieser meist gut situierten selbsternannten Gutmenschen.

Zusammengefasst: Die VHS in der MüGa war trotz dauernder Schikanen in den letzten Jahren immer noch ein beliebtes und gut funktionierendes „starkes Stück Mülheim“ und ein Paradebeispiel für gute Arbeit bei Weiterbildung, Integration und Kultur, ein Hort demokratischer Kultur trotz der andauernden Bedrohung.
Jetzt ist die VHS erst einmal rabiat auf Minimum herunter gefahren. Mit welchen Methoden und Begründungen das vollzogen wurde und wird, ist undurchschaubar, z.T. aber auch schlichtweg unglaubwürdig.