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Etappensieg für MWB/Sparkasse: Teilabriss auf ex-Lindgens-Gelände genehmigt

Aus der Serie: Wenn Immobilienspekulanten die Stadtplanung bestimmen …………

Zur Erinnerung
Lindgens-HinweisschildEx-Eigentümer Lindgens wollte, nachdem er 2009 beim Standort für die Fachhochschule nicht gerade auf die feine englische Art ausgebootet worden war (nur am Rande: zu Gunsten von MWB-SMW), danach zusammen mit Hochtief auf seinem Gelände ein größeres Wohnbauprojekt realisieren. Obwohl das bereits weit fortgeschritten war, machte die Stadt 2011 deutlich, sie wolle und werde das nicht genehmigen. Hochtief stieg aus und Lindgens verkaufte an das bekannte Mülheimer Konsortium aus MWB, Sparkasse und Hoffmeister.

Die neuen Eigentümer machten aber fast 5 Jahre keine Anstalten, das sicherlich nicht billige Grundstück entwickeln zu wollen. (Nur ein Schelm könnte darin die Absicht vermuten, man wolle den damals arg gefährdeten  Ruhrbania-Bauplänen des MWB nach dem Ausstieg von Hoffmeister und dem zweiten Investor Heine-Bau keine Konkurrenz machen).

Anfang 2016 wollte der MWB angeblich einen größeren Gewerbebetrieb für das Lindgens-Gelände an der Angel haben. Ziemlich hektisch auf SPD-Betreiben hin stoppte die Stadt deshalb alle Vorüberlegungen und Untersuchungen für die Jahre zuvor einstimmig beschlossene Bereichsplanung Kassenberg, die ja etwas anderes wollte!

Dann wurde nichts mit der Gewerbeansiedlung und anscheinend hatten MWB+Sparkasse sich für eine Mischnutzung umentschieden, vielleicht aber auch dafür, das hochwertige Gelände für reine Wohnbebauung zu verkaufen, wer weiß das schon. Für beides aber benötigen sie ein anderes Baurecht, denn noch läuft das Lindgens-Areal unter Industriegelände. Voraussetzung dafür war die Änderung des Flächennutzungsplans. „Brav“ hatte die Stadt das 2015 eingeleitete Änderungsverfahren für den Flächennutzungsplan (FNP) erst angehalten und dann später im Laufe von 2016 wieder fortgeführt, welches inzwischen kurz nach dem Satzungsbeschluss und damit der Rechtskraft steht. Nicht uninteressant dabei, dass die FNP-Änderung einzig für das MWB-Gelände durchgeführt wurde und die angrenzenden Flächen der Ibing-Brauerei und von Flächen des Steinbruch Rauen außen vor ließ, entgegen der beschlossenen Bereichsplanung!

Unabhängig davon wollte der MWB ganz schnell die Abbruchgenehmigung für den Großteil der Gebäude (was eher auf die Verkaufspläne hinweisen könnte). Die wurde aus verschiedenen Gründen nicht sofort erteilt und dann begann das Mölmsche Theater der besonderen Art (s.u.), welches nun einen Etappensieg der Immobilienhändler hervorbrachte, wie der folgende NRZ-Artikel belegt. Ein ähnlicher großer Artikel war in der WAZ mit der Überschrift: Städtebau – Bagger dürfen große Teile der Ex-Lederfabrik abreißen“, nachzulesen hier oder NRZ vom 22.3.18: “Lindgens-Gelände: Stadt erlaubt den Teilabriss”, nachzulesen hier, in Ausschnitten im folgenden

NRZ 22.3.18: Lindgens-Gelände: Stadt erlaubt den Teilabriss

“….. Auf dem Lindgens-Gelände möchte SMW ein neues Quartier für rund 500 Menschen entstehen lassen….. Am Mittwoch hat die Stadt dem Projektentwickler SMW, hinter dem der Mülheimer Wohnungsbau und die Sparkasse stehen, eine Abrissgenehmigung für die Gebäude erteilt, die nicht denkmalgeschützt sind.  …… Grundsätzlich sei er froh, dass es jetzt überhaupt weitergehe, sagt Jürgen Steinmetz, der unabhängig vom bereits genehmigten Teilabriss noch auf eine Entscheidung warten muss, die Auswirkungen auf die gesamte Entwicklung des Geländes haben könnte: Ob Kesselhaus und Schornstein endgültig unter Denkmalschutz gestellt werden. Beides möchte SMW ebenfalls abreißen. Doch seit Januar steht das Ensemble unter vorläufigem Denkmalschutz.  ….

Die Diskussion um den Denkmalschutz für Kamin und Kesselhaus war unter anderem ein Grund für den lange währenden Stillstand auf dem Gelände in Saarn. Im Laufe des vergangenen Jahres entluden sich die Spannungen zwischen SMW und Verwaltung schließlich in einer Untätigkeitsklage, die SMW im August vor dem Verwaltungsgericht eingereicht hatte. Oberbürgermeister Ulrich Scholten erklärte die Entwicklung des Lindgens-Geländes daraufhin zur Chefsache, verlegte die Projektführung vom Planungsdezernat in sein Referat und übertrug die Leitung und Koordination seinem Referatsleiter, Guido Brücker. …….”