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Migration und Integration hierzulande getrennte Welten?

Gedanken zu der bisher konzeptlosen deutschen Integration der Zuwanderer aus vieler Herren Länder

Vorab eine Art Binsenweisheit:
Eine Gesellschaft, die entweder Angst vor ihrer eigenen Identität hat oder sich selbst sogar in Teilen dafür hasst, kann keine wirklich positiven Angebote zur dauerhaften Integration machen. Auch deshalb kann von Integration speziell in Deutschland nicht wirklich die Rede sein. Ein Großteil der Migranten, die zu uns gekommen sind, lebt in Parallelgesellschaften, (kein) Zufall?

Die neuesten Zahlen von Eurostat vom Juli 2018 für im Ausland geborenen Einwohner ergeben für Deutschland 12,5 Millionen, für Groβbritannien 9,3, Frankreich 8,14 und Italien 6,05 sowie Schweden 1,8 und die Niederlande 2,14 Millionen. Im „Special Eurobarometer 469“ vom April 2018 wird der durchschnittliche Ausländeranteil mit 7% angegeben, wobei Luxemburg und Schweden prozentual weit höher liegen, aber Deutschland und England in absoluten Zahlen die gröβten Anteile tragen. Der internationale Fachbegriff für diese neuen Entwicklungsstufen der aufnehmenden Länder wird oft als „Superdiversity“ bezeichnet.

Doch selbst der bisherige Stolz Kanadas auf seine tolerante Superdiversität stöβt inzwischen auch in der kanadischen Bevölkerung zunehmend auf Skepsis, nicht zuletzt auch, weil frühere Einwanderer meist die nachfolgenden als zu viel im Boot empfinden. Das gut erforschte kanadische Beispiel zeigt auch in Kanada deutlich niedrigere Einkommen bei Migranten, auch in der zweiten Generation, obwohl sich Kanada seine Einwanderer viel gezielter nach Bedarf aussucht, im Gegensatz zu Deutschland.
Die Massenzuwanderung der letzten Jahre nach Deutschland hat auch überdeutlich eine gewachsMuslima-Trachtenene Abwehrhaltung nicht zuletzt in vielen türkischen Communities erzeugt, dem mit Abstand größten Bevölkerungsteil mit Migrationshintergrund. Und genau die orientieren sich insgesamt wieder viel stärker auf ihre Parallelgesellschaften hin als vorher. Nicht nur die inflationär vermehrten türkischen Kopftuchmädchen machen das z.B. im Straßenbild deutlich. Viele vorherigen Ansätze von Integration sind zumindest vorerst verflogen. Genau das hat Erdogan geschickt genutzt. Dass sein Kurs in Richtung Diktatur gerade bei den Türken in Deutschland mehr Unterstützung hat als in der Türkei selbst, ist auch eine logische Folge der konfusen und ungeregelten Einwanderungspolitik des deutschen (noch-)mainstreams in Politik und Medien.

Zu uns kommen viele junge Männer, die oft fundamentalreligiös, zumindest aber mit anderen Zielvorstellungen bzgl. physischer Gewalt, der Gleichberechtigung von Männer und Frauen, der Toleranz gegenüber Homosexuellen und in beträchtlichen Teilen aggressiv auch antijüdisch geprägt wurden. Die Weigerung, die Folgen einer übermäßigen Zuwanderung dieser Gruppe in unsere fragile, liberale und säkulare Gesellschaft zu bedenken und offen anzugehen, zeugt von Verantwortungslosigkeit, Unreife und ideologisch verblendeter Einseitigkeit prägender Teile der deutschen Gesellschaft. Die Mehrheit, ob ohne oder mit Migrationshintergrund, muss das ausbaden. Doch sie wird es nicht ewig hinnehmen, mit dem Verweis auf die deutsche unheilvolle Geschichte alles schlucken zu müssen und dauernd für dumm verkauft zu werden.

Brexit-CaroonMit Einwohnern aus 197 Ländern und 300 gesprochenen Sprachen ist z.B. London deutlich und viel länger kosmopolitisch als alle Einwanderungs-schwerpunkte in Deutschland auβer vielleicht Berlin. Die Kontroversen darüber in der öffentlichen Debatte haben sicherlich einiges zur Brexitentscheidung der Briten beigetragen, was die deutschen Naivlinge in Politik und Medien angeblich völlig überrascht hatte. Groβbritannien hatte auch bereits in den 1990er Jahren eine Verteilung der Migranten auf die Fläche praktiziert, mit nur teilweisem Erfolg. Man darf allerdings nicht vergessen, dass die meisten Migranten nach UK aus den ehemaligen Kolonien und den Commonwealth-Ländern kamen bzw. kommen und wenigstens sprachlich besser auf ein Leben in Groβbritannien vorbereitet sind als die meisten, die nach Deutschland kommen. Und bei der Brexit-Entscheidung ging es nicht unwesentlich auch darum, den weiteren Zustrom von EU-Bürgern etwa aus Osteuropa nach UK zu beschränken. Dagegen waren eben auch namhafte Kreise der Communities aus den ex-Kolonien. Doch das wollte in Deutschland niemanden interessieren. Hier schob man alles auf Alte, Abgehängte auf dem Land und zu apathische junge Leute. Leider aber ist die Welt nicht so simpel gestrickt.

Wie Großbritannien, Frankreich und Deutschland polarisiert die Immigration auch die klassischen Einwanderungsländer USA und auch Australien. Eine Art Glaubenskrieg sozusagen als Stammeskrieg sei in den USA ausgebrochen, noch ausgetragen „nur“ zwischen 8% „progressiven“ Aktivisten und 6% radikalen „Konservativen“, behauptet u.a. die NGO-Studie „More in common“ (https://hiddentribes.us/). Zu deren interessantesten Ergebnissen gehört auch der Befund, daβ beide Gruppen sowohl zu den reicheren Amerikanern gehören als auch zu den mit der höchsten Bildung, und daneben auch mit dem höchsten Anteil an Weiβen. Das korreliert zumindest auf der „progressiven“ Seite mit den momentanen Erfolgen der Grünen in Deutschland.

Weltoffenheit und Toleranz gelten weithin als positive Tugenden. Bei der rot-grünen Willkommenseuphorie bleibt allerdings die Frage unbeantwortet, was mit den vielen Globalisierungsverlierern in Deutschland auf Dauer werden soll, wenn es um die Verteilung staatlicher Hilfen für deutsche Unterstützungsbedürftige oder für Migranten geht, die beide mit entsprechenden Rechtsansprüchen ausgestattet sind. Hartz IV-Empfänger und Kleinrentner werden sich z.B. vermutlich nicht davon überzeugen lassen, daβ zweistellige Milliardenbeträge für Migranten und Asylanten bereitstehen und weitere Milliarden für die Sicherung der EU-Auβengrenzen, ferner für eine Bekämpfung der Fluchtursachen in Milliardenhöhe mit äußerst begrenzter Wirkung, sie selbst aber mit Kürzungen und Sanktionen rechnen müssen.

Auβerdem und noch gravierender ist aber, dass weder die Merkel-GroKo, noch die deutschen Grünen bisher mit einer realistischen Vision hervorgetreten sind, wie denn genau die Integration als Zielvorstellung aussehen sollte oder könnte!

Natürlich gibt es unter Millionen genügend Einzelbeispiele erfolgreich integrierter und assimilierter Einwanderer als Vorzeigimmigranten, aber die erhebliche Anzahl kaum integrierter Parallelgruppen und die übergroße Mehrheit der neuerlichen Zuwanderer kann mit Weltoffenheit und Toleranz allein sicherlich nicht zum deutschen Staatsbürger im Sinne des Grundgesetzes befördert werden. Wissenschaft, Politik, Sozialverbände und auch die Wirtschaft brauchen dringend ein schlüssiges Konzept, wie die eingewanderten, einwandernden, und auch restdeutschen Parallelgesellschaften der Bundesrepublik in den kommenden Jahrzehnten organisiert werden können, ohne zusehends in auch gewaltsame Auseinandersetzungen zu geraten, spätestens dann, wenn die noch boomende Wirtschaft lahmt und die zuletzt sprudelnden Steuereinnahmen versiegen. Von den bereits jetzt immer deutlicher überforderten Bildungssystemen, Gerichten, Polizei, Gefängnissen u.v.m. ganz zu schweigen.