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Die heilige Greta aus Stockholm

Eine hypersteile Karriere noch viel schneller als selbst Michelle, die hoch verehrte Frau Obama, hat das 16jährige Schwedenmädchen Greta Thunberg in wenigen Monaten bereits hinter sich. Dem Auftritt vor der UN folgte die Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in Davos und nun das Treffen in Brüssel mit Juncker und den EU-Kommissaren usw. – bestimmt folgt bald die Audienz beim Pabst und womöglich ein Empfang in China, gefolgt vom Sibirientrip mit Putin. Doch Scherz beiseite.

Die Klima-Ikone mit ihren zentralen Forderungen wie „Fridays for future“ oder „There is no planet B“ o.ä. wird gehandelt wie der/die allerneueste Messias*in, die mit starker Willenskraft und enormem Sendungsbewusstsein den Planeten vor der untergangswilligen Menschheit bewahren will. Viele tausende Schüler/innen folgen ihren Schlachtrufen in etlichen westlichen Metropolen freitags während der Schulzeit z.B. wie mit den Worten einer Rednerin bei der Bonner Demo: „Wir wollen einen besseren Klimaschutz. Für eine kaputte Zukunft brauchen wir nicht zu lernen“.

Und fast alle Medien bejubeln frenetisch die „Rebellin“ und ihre „Bewegung“, die der Apokalypse angeblich so mutig entgegentreten. Und alle kritischen Bemerkungen zu dem zweifelsohne etwas naiven Protest werden als böse und als eine Art Blasphemie regelrecht nieder gemacht. Ganz übel z.B. die letzten Mitternachtsspitzen – einst eine witzige Satiresendung des WDR – in der eine vorgebliche Kabarettistin auf alles eindrosch, was bisher anscheinend irgendwo gegen die heilige Greta aus Büllerbo oder Stockholm irgendwo gesagt oder gedacht wurde. Soviel Hasstiraden, Beleidigung, Beschimpfung und Diffamierung gegen nicht benannte Bösewichte hat mich dann doch erschreckt.

Mir selbst war diese Greta bisher ziemlich gleichgültig gewesen, halt ein riesengroßer Medienhype mit wenig Substanz, so dachte ich. Ohnehin war ich nach der großen Enttäuschung mit dem letzten medial ganz groß aufgebauten Messias Obama skeptisch geworden gegenüber Heilspropheten. Obama bekam schließlich umgehend den Friedensnobelpreis und er hinterließ dann eine Fülle neuer Kriege und Krisen sowie einen Nachfolger Trump, dem weite Teile der US-Amerikaner sogar mehr glaubten als dem gescheiterten Messias, obwohl Trump als der größte Immobilienspekulant aller Zeiten als solcher bekannt und berüchtigt war.

Die hochgelobte schwedische Greta der Neuzeit erinnert aber auch an andere weltberühmte Gretas oder Gretchens vorher. So z.B. die Hollywood-Ikone Greta Garbo, die aufgrund ihrer zeitlosen Schönheit und ihrer geheimnisvollen Ausstrahlung von der Presse Beinamen wie „die Göttliche“ oder „schwedische Sphinx“ erhielt. Natürlich fällt einem auch Goethe`s Gretchen aus Faust ein mit dem Zitat „Heinrich, mir graut vor dir“ und den ganzen Verstrickungen mit dem teuflischen Mephisto.

Vielleicht aber erweist sich die wackere schwedische Greta Thunberg letztendlich auch als eine Art Neuauflage des „Käthchen von Heilbronn“ von Heinrich v. Kleist.

Der Welt und sich selbst ist das Kleistsche Käthchen nämlich ein Rätsel. Wie somnambul (schlafwandlerisch) folgt sie dem Ritter vom Strahl und gleichzeitig ihrer inneren Wahrheit. Diese liegt im Traum verborgen und diesem Traumbild gehorcht Käthchen, allen Widrigkeiten zum Trotz. Die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit sind in Kleists Roman aufgehoben. Nichts ist wie es scheint, und die Figuren verbergen die Motive ihres Handelns vor dem Nächsten. Wie soll Käthchen auch erklären können, dass sie dem Grafen vom Strahl somnambul auf Schritt und Tritt folgt, ihm sogar folgen muss? Vernünftig sind ihre Beweggründe jedenfalls nicht. Die Wahrheit liegt im Traum verborgen, und ihrem Traumbild gehorcht Käthchen. Die reale Welt bedeutet dabei für sie Lug und Trug.