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ÖPNV-Chaos und eigenmächtig handelnde Verwaltung, Bspl. Haltestellen neue Buslinie 130

Chaos und Bedenkliches bei der Umsetzung des Mülheimer Nahverkehrsplans!?
Beispiel: Haltestellen der neuen Buslinie 130 zwischen Flughafen und Hauptfriedhof.

Mitte Juni 2015 war ÖPNV-Fahrplanänderung der Mülheimer Verkehrs-Gesellschaft (MVG) mit ersten Umsetzungsschritten des vom Rat 2013 beschlossenen Nahverkehrsplans. Ab 14. Juni, haben Nutzer der Straßenbahnlinien 104 und 110 am Hauptfriedhof Anschluss an die Busse der neuen Linie 130 Richtung Flughafen – und weiter bis in das Zentrum von Essen-Haarzopf (Erbach) und von dort bis zum Rhein-Ruhr-Zentrum (alte Linie 145). WAZ damals: “Buslinie 130 fährt ab Sonntag von Mülheim nach Essen durch”, nachzulesen hier.

Bis dahin waren dem Mobilitätsausschuss die genauen Standorte für Haltestellen dieser Buslinie noch nicht vorgestellt worden. Durch Zufall hatten die MBI mitbekommen, dass die vorherige Endhaltestelle am Flughafen (Beykozplatz/Brunshofstr.) in Zukunft entfallen sollte. Dafür wurde Ri. Hauptfriedhof eine Haltestelle hinter der Kurve kurz vor der Einmündung Schürfeld eingerichtet. Dieses Vorhaben sehen die MBI als problematisch an, möglicherweise sogar unfallgefährdend. Deshalb hatten die MBI für den Ausschuss am 16. Juni (1 Tag nach Beginn der neuen Linie!) beantragt, einen Sachstandsbericht zu geben zu dem genauen Verlauf der neuen Buslinie 130 inkl. aller Haltestellen auf Mülheimer Stadtgebiet und aller jeweiligen Alternativstandorte. Doch die Verwaltung vertröstete auf die Sitzung Ende Aug., die jetzigen Haltestellen seien nur provisorisch! Das stimmt auch insofern, als dass bis dahin keine Baubeschlüsse dafür gefasst worden waren, was auch im Juni nicht geschah, da die Verwaltung es angeblich nicht geschafft hatte, Vorlagen zu erstellen.

In der August-Sitzung ging es aber vorrangig um das nächste, sauteure und überflüssige Gutachten zum ÖPNV in Mülheim insgesamt. Die Verwaltung verteilte zum TOP „NVP 2013 – Kosten für die Umsetzung der Einzelmaßnahmen“ lediglich eine Tischvorlage zum Stand der Umsetzung der 21 Maßnahmen, z.T. „sogar“ mit den geschätzten Kosten. Für die Linie 130 ist der Bau von 4 neuen Haltestellen angegeben, ohne den millionenteuren Umbau am Hautfriedhof, für schlappe 416.000 €. Vorlagen für Baubeschlüsse gab es wieder nicht, obwohl die Linie seit Mitte Juni bereits betrieben wird! Unglaublich.

In verschiedenen Sitzungen nach der Sommerpause (BV 1, Bürgerservice und wieder im Mobilitätsausschuss) hatten die MBI auf die gefährliche neue Haltestelle Flughafen hingewiesen und angefragt, was dagegen getan werde. Jedes Mal wurden wir vertröstet und eine Stellungnahme versprochen, die aber bis heute, bald Mitte Sept., ausblieb!

Deshalb in Kürze zu den Haltestellen der Linie 130:
Am Ende der Lilienthalstraße befindet sich nach einer Rechtskurve die neue Haltestelle Flughafen der Buslinie 130. In der Rechtskurve von der Lilienthalstraße in die Zeppelinstraße befindet sich die Linksabbiegerspur auf den Beykozplatz und die Brunshofstraße. Danach folgt ein langgezogenes schraffiertes Feld mit zwei durchzogenen Linien bis kurz vor der Einmündung der Parsevalstraße/Schürfeld. Wenn der Bus an der neuen Haltestelle hält, auch mit eingeschalteter Warnblinkanlage und wenn kein Gegenverkehr zu erkennen ist in der folgenden Linkskurve (!), wird der Bus mit z. T. überhöhter Geschwindigkeit überholt. Am Mi., dem 05.08.2015, setzte z.B. ein Motoradfahrer den I-Punkt, siehe Fotos, die auch der Verwaltung gegeben wurden

Linie130-1Linie130-2
Wegen des Gegenverkehrs hielten hinter dem Bus drei PKW´s, die Ampel an der Parsevalstr. zeigte für die Zeppelinstraße Rot, als der Motorradfahrer mit weit überhöhter Geschwindigkeit aus der Rechtskurve kam und über die durchzogenen Linien an den PKW´s und Bus mit unverminderter Geschwindigkeit vorbeifuhr in Richtung Oppspring. Zum Glück sprang kurz vorher die Ampel auf Grün, sonst wäre er wohl noch bei Rot durchgefahren.
An der Haltestelle Horbeckstr. wird der Bus in Richtung Hauptfriedhof, bei grüner Ampel, auch bei Gegenverkehr, über die Linksabbiegerspur überholt.
An den Haltestellen Parseval-, Horbeck-, Windmühlenstr. und Flughafen wird, wenn es keinen Gegenverkehr gibt, mit 50 km/h und mehr überholt.

Nach Aussage der Polizei und der Verwaltung der Stadt Mülheim a. d. Ruhr besteht aber auf diesem Streckenabschnitt der Linie 130 angeblich keine erhöhte Unfallgefahr für die Benutzer des Busses.

Für die MBI ist es aber nur eine Frage der Zeit,
bis es wieder zu einem Unfall kommt.

Die MBI plädieren deshalb wie bereits in der Ausschusssitzung im Juni für eine Wende des Busses auf dem Beykozplatz in Richtung Hauptfriedhof, weil es dort ausreichend Platz gibt.
Verwaltung und Grüne machten sich im Juni für die jetzige, gefährliche Haltestelle stark, weil sonst der Bus 1 oder 2 Minuten länger brauchte und weil solche Haltestellen auch zur Entschleunigung des Autoverkehrs dienten (manche Leute sehen das auch als Schikanierung). Real aber wird das an dieser Stelle am Ortseingangs wohl immer eine Gefährdung bleiben.

Man hätte übrigens auch die bestehende Ausbuchtung einer ehemaligen Bushaltestelle vor der Rechtskurve als Haltestelle nutzen können, doch laut Meinung der Verwaltung fehle dort die soziale Kontrolle, weil die Bucht kurz vor der Bebauung liege.

Unabhängig von der Frage der Haltestellen der neuen Linie 130 ist es bedenklich, wie sehr die Verwaltung in Zusammenarbeit mit der MVG sich völlig verselbständigt hat. Die machen einfach, Beschlüsse, wenn überhaupt, werden nachträglich gefasst und Fehler eingestehen oder korrigieren? Fehlanzeige.
Das ist ähnlich u.a. bei dem geplanten Fahrradweg auf dem stillgelegten Flughafenast, bei der vorzeitigen Stilllegung der Straba-Linie 110 Anfang Okt. uswusf..

Mehr u.a. in

  • 6.8.15: Der systematisch betriebene Tod der Straßenbahnlinie 110, symptomatisch für die Mülheimer ÖPNV-Kirchturmspolitik hier
  • 24.4.15: Demokratieferne, Unrechtmäßigkeit, alles egal?? Beispiel Fahrradweg Zeppelinstraße auf illegal stillgelegter Straba-Strecke hier