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Mülheim mit Bäder-Supergau oder ist Mülheim sogar selbst ein Supergau?

Einen Supergau nennt die WAZ die Schließung der beiden einzigen Freibäder in Mülheim just auf dem Höhepunkt der diesjährigen Affenhitze. Wie bei jedem Gau stellt sich jedoch die Frage, ob es sich um technisches oder um menschliches Versagen handelt.

Bei genauerem Hinschauen liegt das Haupt-Versagen eindeutig auf der menschlichen Ebene, was sich bei den Bädern auch nahtlos einreiht in die fast unzähligen anderen Beispiele aus der für Mülheim typischen Mischung von Dilettantismus und Größenwahn.

Die unsägliche WAZ lässt das wie immer kalt und sie fordert als Folge des „Supergaus“ endlich den Ruhrbadestrand zu eröffnen und anstelle des Wennmann-Bads den völligen Neubau, der in der Prioritätenliste ganz nach oben müsse.

Das Kombi-Bad in Heißen

ist seit Jahren gebeutelt von einer Panne nach der anderen, man glaubt es kaum. Der städtische Immobilienservice IS, der sich ja auch bei Schulsanierungen als oft dilettantisch und nicht besonders kompetent erwiesen hat, scheint mit dem Bad seit 10 Jahren völlig überfordert. Doch über wahre Ursachen kann man höchstens spekulieren.

Als das seit 1924 bewährte Freibad Styrum 2001 geschlossen wurde,

gründeten wir die BISS (BI Schwimmen in Styrum), die sehr erfolgreich ein Bürgerbegehren startete. Um dem drohenden Bürgerentscheid zu entgehen, versprach man die Wiederöffnung 2002, was auch geschah. Dann wurde lang und breit über die Zukunft des Bads palavert und schließlich schlossen sich CDU und SPD dem Grünen-Vorschlag nach einem Naturbad an. Die MBI waren für eine sinnvolle Sanierung und Verbesserung des beliebten Freibads, auch weil absehbar war, dass die „Naturklärung“ des Wassers Probleme bereiten musste, besonders wenn hochsommerliche Temperaturen 3000 oder mehr Gäste bringen würden. Seit das sehr teure Naturbad dann ab 2008 in Betrieb ging, gab es jahrelang und öfter Probleme mit der Klärung des Wassers. Das ist dann später besser geworden, doch mussten immer mal wieder bei heißem Wetter  die Tore ab einer bestimmten Zeit geschlossen werden, um nicht durch zu viele Menschen die Wasserklärung zu gefährden.
Die Affenhitze dieses Jahr aber hat die Naturklärung überfordert, so dass etliche Besucher über Gesundheitsprobleme klagten und das Bad dicht gemacht werden musste.

Ein anderes, noch größeres Desaster für die Stadt ist die überfallartige Schließung der VHS

und die penetrante Weigerung, lange überfällige Sanierungen an dem denkmalgeschützten Gebäude durchführen zu lassen. Auch das kostet die Stadt im Endeffekt viel, viel mehr und verschlechtert die Bedingungen für die zentral wichtigen Bereiche von Integration und Weiterbildung in Mülheim beträchtlich. Doch Kämmerer, Bildungsdezernent und IS haben was ganz anderes im Sinn. Das Bürgerbegehren „Erhalt unserer VHS in der MüGa“ hat in nur 2 Monaten knapp 10.000 Unterschriften gesammelt, ein sensationell guter Zuspruch der Bevölkerung, vor allem wenn man bedenkt, dass keine einzige Gewerkschaft, keine Flüchtlings- bzw. Migrantenorganisation, geschweige denn eine Schule es auch nur noch wagte, öffentlich für diese Angelegenheit einzutreten, die doch sehr grundlegend in ihrem jeweiligen, eigenen Interesse liegt!

Das alles scheint aber die Ratsparteien, die Verwaltung und die die WAZ nicht dazu anzuregen, endlich in eine andere Diskussion einzusteigen. Beschämend, zumindest bis hierher.