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Das MVG-Nachtnetz und andere Mölmsche Seltsamkeiten bei der ÖPNV-Liniennetzoptimierung

  • 5.11.11: MBI-Stellungnahme zum ÖPNV-„Optimierungs“konzept der Stadt Mülheim: Insgesamt leider kein großer Wurf, weder finanziell noch zur Attraktivierung des ÖPNV, im Gegenteil: Das „Konzept“ ist unausgegoren mit kontraproduktiver Vorgehensweise und einer Bürgerbeteiligung als Farce! Mehr hier
  • 14. September 2011: “Bus statt Bahn – Kürzung ohne Plan?” Ist das Modell Mülheim zukunftsweisend? MBI-Veranstaltung mit Prof. Monheim ab 19 Uhr im Handelshof. Mehr dazu hier
  • Transparenz und Buergernähe auch beim ÖPNV nur Fremdworte? hier
  • Busse statt Bahnen? Konzeptlose Geheimniskrämerei und Gutachteritis zum Mölmschen ÖPNV hier
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Im Wirtschaftsausschuss sollte am 21.11.10 die Optimierung des ÖPNV-Netzes, als erstes Einsparmöglichkeiten beim Busnetz und hier die Einführung des Nachtnetzes eine Stunde früher, also ab 22.30 Uhr nur noch 1-stündig und mit weniger Haltestellen, beschlossen werden, vgl. WAZ-Artikel ganz unten 4 Tage vorher. Verschiedene Fraktionen hatten Beratungsbedarf, da auch die Unterlagen ihnen erst nur sehr kurzfristig 1 Tag vorher als CD zugesandt worden waren. Mehr zu der gesamten Problematik in der unten folgenden mail eines Bürgers an alle Fraktionen. Darin ist alles enthalten.

Vorab noch einige Anmerkungen zu dem gesamten Vorgang der ÖPNV-Optimierung, die ja auch als Sparmaßnahme im HSK gedacht war. Im Frühjahr tauchte zuerst ein Gutachten dazu von der Fa. Spiekermann auf, in dem der Hauptpunkt an Einsparungen die Stilllegung der Linie 110 zum Flughafen darstellte. Das wurde auch bereits in den Medien so verkündet, bevor es in irgendeinem Gremium hätte behandelt werden können. Bei der 1. Vorprüfung stellten wir jedoch fest, dass das ganze so ausgesprochen kompliziert ist. Über die „Beschleunigung der Linie 110“ hatte die Stadt doch gerade erst den größten Batzen der Zuschüsse für das sog. Ruhrbania-Baulos 1 erhalten, das insgesamt ca. 13 Mio. verschlang, bei knapp 10 Mio. Förderung. Wäre jetzt ein Ast der 110 stillgelegt worden, wären viele Mio zurückzuzahlen gewesen. Bevor die MBI das irgendwo einbringen konnten, war das Gutachten aber erst einmal aus der Diskussion.

Es ist dennoch immer wieder die Rede von der Stillegung der Linie 110 zum Flughafen. Seit geraumer Zeit hat man die Linie 110 bereits nur noch bis zum Hauptfriedhof fahren lassen, wie das aus den Fahrplänen nachzulesen ist. Die Stillegung ist somit bereits erfolgt. Ob das zu Rückzahlungsproblemen führt, wird noch zu klären sein!

Dann tat sich sehr lange nichts und nun quasi im Schweinsgalopp im Wirtschaftsausschuss, der auch für Mobilität zuständig ist, die Passage aus dem Gutachten zur sog. Buslinienoptimierung. Nächstes Jahr kommen dann die Straßen- und U-Bahnen wieder dran. Doch egal.

Die MBI fragten im Ausschuss am 19. Nov. an, wer wieviel für das missverständliche Spiekermann-Gutachten gezahlt hat. Die MVG und die Stadt zahlten jeweils zur Hälfte, doch wieviel, das war (noch) nicht zu erfahren. Wahrscheinlich hat es mehr gekostet, als die bedenkliche Vorverlegung der Nachtexpresszeit einbringen würde, falls sie überhaupt kommt bzw. wie in Oberhausen erst eingeführt und dann wieder rückgängig gemacht wird.

Irgendwie gehen einem die rechten Worte aus bei dem, wie manche Dinge in Mülheim so laufen.

  • Mehr zu MVG und ÖPNV in Mülheim der letzten Jahre hier
  • Ruhrbania-Verkehrsführung Innenstadt – eine Katastrophe! hier

Von: …………….
An: info@spd-fraktion-muelheim.de; gruene-fraktion@stadt-mh.de; fdp-fraktion@stadt-mh.de; fraktion@mbi-mh.de
Cc: info@cdu-fraktion-muelheim.de
Verschickt: Do., 18. Nov. 2010, 11:29
Thema: Sitzung Wirtschaftsausschuss 19.11.

Sehr geehrte Damen und Herren,

in einem Telefonat mit Herrn Schiemer (Fraktionsgeschäftsführer CDU) habe ich heute meine Bedenken gegen eine Beschlussfassung in der morgigen Ausschusssitzung für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Mobilität zum Thema “Busliniennetzoptimierung MVG” vorgetragen. Ich möchte auch Ihre Fraktion bitten, in der morgigen Sitzung auf überstürzte Beschlussfassungen zu verzichten und das Angebot im ÖPNV für die Fahrgäste nicht zu verschlechtern.

Das Vorziehen des Nachtnetzes von heute 23.30 Uhr auf 22.30 Uhr sehe ich mit großer Sorge. Viele Menschen sind heute, anders als früher, in den Abendstunden auch noch aus beruflichen Gründen unterwegs, da z.B. der Einzelhandel seine Öffnungszeiten deutlich verlängert hat. Wer vor diesem Hintergrund täglich auch in den Abendstunden den ÖPNV benutzen muss, wird durch die von der MVG geplanten Angebotsverschlechterungen unzumutbar belastet. Denn neben der Taktausdünnung von 30 auf 60 Minuten kommt noch hinzu, dass einige Haltestellen gar nicht mehr bedient werden und sich für die meisten Kunden die Fahrzeiten spürbar verlängern, da große Schleifenfahrten mitgemacht werden müssen. Zudem fahren einige Nachtexpresslinien nicht den Hauptbahnhof an. Dies gilt insbesondere für den NE4, der stadteinwärts aus Holthausen kommend, seine 40minütige Standzeit in der Stadtmitte durch eine Leerfahrt in den Betriebshof an der Duisburger Str. überbrückt. Mit gleichem Aufwand wäre es z.B. möglich, diese Linie stadteinwärts über den Hauptbahnhof ((bzw. die Nachthaltestelle Dieter-aus-dem-Siepen-Platz) zu führen, um einen Anschluss an die Bahn herzustellen.

Bei dem von der MVG vorglegten Konzept bleibt auch die Abstimmung mit den Nachbarstädten auf der Strecke. Oberhausen hat bereits vor wenigen Jahren sehr negative Erfahrungen mit dem Vorziehen des Nachtnetzes gemacht, obwohl dieses vorher von der STOAG als ebenso unproblematisch hingestellt wurde wie es jetzt die MVG tut. Daher wurde dieser Schritt kürzlich korrigiert, da auch erhebliche Kundenverluste zu verzeichnen waren. Die MVG rechnet unrealistischerweise nicht mit Abonnement-Kündigungen und berücksichtigt nur diejenigen Fahrgäste, die Haltestellen benutzen, die künftig überhaupt nicht mehr bedient werden. Verschlechterungen ergeben sich aber für alle, die entweder längere Fahrzeiten, schlechtere Bedienungshäufigkeiten und/oder die Notwendigkeit zur regelmäßigen Voranmeldung für TaxiBus-Fahrten in Kauf nehmen sollen. Die Politik wäre daher aus meiner Sicht gut beraten, sich vor einer Beschlussfassung intensiver mit den Erfahrungen gerade auch aus den Nachbarstädten auseinanderzusetzen. So sollte zumindest auch geprüft werden, die Nachtexpresslinien, wie in Essen praktiziert, zunächst halbstündlich fahren zu lassen, um den Übergang vom Tag- auf das Nachtnetz zu erleichtern.

Leider ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Vorschlägen in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich, da die im Ratsinformationssystem eingestellten Dateien beschädigt sind und nicht heruntergeladen werden können. Ob dies von der Verwaltung beabsichtigt ist, um die öffentliche Diskussion einzuschränken, vermag ich nicht zu beurteilen. Mir ist nur aufgefallen, dass während der Laufzeit des Haushaltsforums eine öffentliche Diskussion zur Liniennetzoptimierung bei der MVG nicht erwünscht war; man kann heute noch nachlesen, dass alle Nachfragen, was konkret damit gemeint wäre, von der Verwaltung zurückgewiesen wurden, während gleichzeitig eine detallierte Diskussion z.B. über die Frage möglich war, ob bei Amtsleitersitzungen in der Stadtverwaltung nur Wasser oder auch Kaffee zur Verfügung gestellt werden sollte. Bei der Frage der Liniennetzoptimierung besteht daher aus meiner Sicht ein Nachholbedarf in der öffentlichen Diskussion, der nicht durch eine vorschnelle Beschlussfassung durch die Politik in der morgigen Sitzung abgewürgt werden sollte. Daher möchte ich Sie bitten, von Angebotsreduzierungen im ÖPNV Abstand zu nehmen und dafür Sorge zu tragen, dass eine Beschlussfassung in dieser Angelegenheit in der morgigen Sitzung unterbleibt, damit Zeit für die Klärung der vielen offenen Fragen bleibt.

Mit freundlichen Grüßen

…………………

Mülheim, 15.11.2010, Mirco Stodollick
Nahverkehr
: Nachtexpress soll früher anrollen

Die Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG) will künftig schon eine Stunde früher am Abend nur noch Nachtexpress und Taxibus rollen lassen.

Die Umstellung soll dem hoch defizitären Nahverkehrsbetrieb eine Einsparung von rund 150 000 Euro bescheren. Für die Kunden würde es weniger Service bedeuten, weil bald schon ab 22.30 Uhr einige Bushaltestellen nicht mehr angefahren werden. Zurzeit geht das Nachtnetz noch um 23.30 Uhr an den Start. ……………..

Insgesamt werden 35 Haltestellen im Stadtgebiet – vom Haltepunkt „Am Scheidtbusch“ bis zum Wohnstift Uhlenhorst – im Nachtnetz nicht bedient. Zusätzlich verlängert sich im Nachtnetzbetrieb für viele der Fahrtzeit, da die Nachtexpress-Linien teilweise in Schleifen durch das Stadtgebiet geführt sind, um eine möglichst hohe Abdeckung zu erreichen.

Falls die neue Regelung zum Tragen kommt, wird die U 18 davon ausgenommen sein, da die Essener Verkehrs-AG ihr Tagnetz weiter bis 23.30 Uhr befahren will.

Zurzeit verkehren fünf Nachtexpress-Linien im Stadtgebiet, zentraler Umsteigepunkt ist die Haltestelle Stadtmitte. Hier werde es durch das Vorziehen des Nachtbetriebs keine Probleme geben, sagt die MVG. Klärungsbedarf bestehe indes noch bei der Gemeinschaftslinie 112 mit Oberhausen. Bei der Nachtlinie NE 4 käme es am Abzweig Aktienstraße zu längeren Wartezeiten auf die Anschlusslinie 105 nach Essen (23 Minuten). Alle anderen Anschlüsse wären laut MVG in bisherigem Maß gewährleistet……………..

Durch eine vorgezogene Umstellung von Tag- auf Nachtnetz würde die MVG ihre Fahrleistung jährlich um 37 209 Bus- sowie um 36 816 Straßenbahn-Kilometer verringern. Das brächte der MVG einen Sanierungsbeitrag von 150 000 Euro.