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das Naturbad-Desaster in Styrum und seine Hintergründe

Das Naturbad in Mülheim-Styrum scheint vom Pech verfolgt. Der Corona-shutdown und der zu kalt Mai verzögerten den Freibad-Saisonstart auf Anfang Juni. Nach wenigen Tagen mit großen Besucherandrang (bei Voranmeldung) musste das Bad am 19. Juni trotz der regulierten Besucherzahl schließen, weil die Wassertemperatur zu hoch war, weshalb die Naturklärung drohte umzukippen. Man versuchte, durch Frischwasserzufuhr die Wassertemperatur zu senken. Und dann der vorläufige GAU. Weil zur gleichen Zeit das RWW-Wasser eine Verunreinigung mit coli-Bakterien aufwies, wurde Chlor beigemengt, um die Bakterien abzutöten. Das gelangte folgerichtig auch ins Naturbad, was dessen Klärung durch Schilfpflanzen gänzlich außer Kraft setzte. Mehr dazu im WAZ-Artikel unten.
Bis heute, Mo. 28.6., ist nicht absehbar, wann das Bad wieder geöffnet werden kann. Auf der offiziellen Naturbadseite steht aktuell weiterhin:
Liebe Naturbadfreunde,
aufgrund des Zwischenfalls vom 19. Juni beim RWW und der damit verbundenen Chlorung des Trinkwassers, können wir aktuell noch keinen festen Termin nennen, wann wir unsere Tore wieder öffnen können, da sich unsere natürliche Filteranlage, die Schilfbeete, von dieser Chemiekeule erholen müssen.
Wir hoffen, den Badebetrieb schnellstmöglich wieder aufnehmen zu können.
Zur Erinnerung:
Das ehemalige Freibad Styrum wurde als Haushaltssanierung zur Saison 2001 geschlossen. Unter Federführung der MBI wurde dagegen eine Bürgerinitiative BISS (BI Schwimmen in Styrum“) gegründet und das Bürgerbegehren zur Wiederöffnung des Freibads gestartet. Die Resonanz in der Bevölkerung war überwältigend und in kurzer Zeit waren mehr als doppelt so viele Unterschriften beisammen als nötig. Um einen Bürgerentscheid zu vermeiden, beschloss die Stadt, das Bad zur nächsten Saison wieder zu öffnen und ein Sanierungskonzept zu erstellen. Letzteres aber dauerte Jahre, während das beliebte Freibad wieder offen war trotz diverser Störmanöver der Sportverwaltung. Die Grünen wollten zudem den Umbau in ein Naturbad, dem sich dann 2004 FDP und CDU und in Teilen auch die SPD anschlossen gegen MBI und den Großteil der Freibadliebhaber, die Reparatur und Sanierung für sinnvoller hielten. 2005 wurde umgebaut und 2006 das Naturbad eröffnet. Das hatte dann über viele Jahre die vorhersehbaren Dauerprobleme, die mit Naturklärung in dieser Größenordnung auftreten. Öftermal gab es trübes Wasser, öfter musste geschlossen werden oder zumindest ab bestimmten Besucherzahlen kein Einlass mehr gewährt werden. Das Freibad Styrum mit seinen riesigen Liegeflächen war schließlich auch bei vielen Oberhausenern und auch Duisburgern sehr beliebt und hatte an heißen Tagen häufig ca. 6000 Besucher oder mehr am Tag. Das konnte eine Naturklärung nie und nimmer schaffen, so dass meist bei ca. 3000 dicht gemacht wurde.
Über viele Jahre gab es mit dem Naturbad immer wieder Gesundheitsrisiken und Nachbesserungen u.v.m. Erst in den letzten Jahren lief das Bad insgesamt reibungsloser. Nun holte dann 2021 die Grundproblematik das Naturbad wieder ein.

 3,2 Mio Euro hat der Umbau zum Naturbad einst gekostet, dann noch Unsummen für Gutachten, Nachbesserungen etc. und es ist insgesamt das eingetreten, was auch die MBI immer wieder vorhergesagt haben. Die Erfahrungen im viel kleineren damaligen Referenzbad in Mettmann waren bereits im kühlen Sommer 2004 schlecht. Doch wer nicht hören will, muss zahlen bzw. andere zur Kasse bitten! Da bleibt einem der Spott im Halse stecken! Für Freibadfans zudem ein Vabanque-Spiel, was besonders für viele sozial weniger Betuchte in MH- bzw. OB-Styrum bedenklich ist. Fast 100 Jahre war das große Freibad Styrum ein begehrter Treffpunkt und wichtige Naherholungstätte gewesen.
Wie lange das Naturbad wohl bestehen bleibt? Nobody nows.
Zur chronologischen Auflistung der Ereignisse von 2001 bis 2010 zu Frei- und Naturbad Styrum hier

Fazit: Nicht alles, was „Natur“ im Namen führt,
ist dadurch nachhaltiger.

WAZ 24.06.2021:
„Chlor im Wasser: Mülheims Naturbad bleibt weiter geschlossen“