Wählergemeinschaft Fraktion Programm Geschichte Kontakt
Gremientermine aktuelle Termine Sprechstunden
Bundesweit Initiativen und Verbände MH-Parteien Medien Treffpunkte
Pressemeldungen Bildmaterial
 

 

RWE: Vorweg nur beim Abzocken?!

VORWEGGEHEN nur beim Abzocken?!!

RWE-Strom ist ab 1. Aug. 2010 erneut um 7,3% teurer geworden. Die NRZ schreibt dazu „RWE ist Schlusslicht“ als Fazit eines Preisvergleichs. Also: Nix wie weg vom RWE?! Auch die WAZ schreibt: „Viele können`s billiger“ (s.u.)

Wer wechseln will, informiere sich bei www.verifox.de
Wer zu Öko-Stromern wechseln will: Grafik anklicken!

Kostenlose hotline: 0800-7626852
oder: http://www.atomausstieg-selber-machen.de

Fragen aber bleiben folgende:

  • Was ist mit Nachtspeicherkunden? Wie und wann können auch die endlich weg vom RWE?
  • Für alle Noch-RWE-Kunden: Hat wirklich jeder 6 Wochen vorher, also Mitte Juni, die Ankündigung nach Hause erhalten, wie das Gesetz es vorschreibt? Wenn nicht, sollte man die Preiserhöhung nicht akzeptieren! (mehr s.u.)

Strompreise : Viele können’s billiger
WAZ-Mülheim, 30.07.2010, Mirco Stodollick

Die Strompreise von RWE klettern in die Höhe.

Zum 1. August steigt für die RWE-Kunden in der Grundversorgung der Strompreis um rund 7,3 %. Mit diesem Preissprung dürfte mehr Bewegung in den Strommarkt kommen.

Etliche Konkurrenten machen den Mülheimer Verbrauchern preisgünstigere Angebote als der Energieriese.

Die RWE Vertrieb AG hatte ihre Preiserhöhung Mitte Juni damit gerechtfertigt, dass seit Jahresbeginn eine höhere Umlage gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu zahlen und so als Preisbestandteil im eigenen Stromtarif zu berücksichtigen sei. Mit der Umlage wird die Einspeisung erneuerbarer Energien in das Stromnetz gefördert. Die Erhöhung der EEG-Umlage um 55 %, so RWE, sei „hauptsächlich“ Ursache für die Preiserhöhung. Auch müssten gestiegene Beschaffungskosten weitergegeben werden.

Ab kommenden Monat zahlt ein Kunde in der RWE-Grundversorgung („Klassik Strom“) pro Kilowattstunde 23,44 Cent und zusätzlich einen monatlichen Grundpreis von 7,74 Euro. So zahlen Familien mit einem Durchschnittsverbrauch von 4000 kWh jährlich 1030,54 Euro für ihren Strom. Singles (1500 kWh) zahlen 444,47 Euro, in Zwei-Personen-Haushalten mit einem Jahresverbrauch von 2800 kWh werden 749,22 Euro fällig.

Der Online-Tarifrechner Verivox.de präsentiert da reichlich preisgünstigere Angebote von RWE-Konkurrenten. Selbst wenn man die von Verbraucherschutzorganisation nicht empfohlenen Tarifangebote mit Vorauskasse und/oder Kaution sowie Angebote mit Boni ausklammert, listet Verivox für den Verbrauch einer Musterfamilie allein 68 kostengünstigere Anbieter auf. In der Spitze ließen sich mehr als 200 Euro gegenüber dem RWE-Tarif sparen. In den Top Fünf der preisgünstigsten Anbieter liegen hier etwa Rhein Energie (Köln) und „energiehoch3“, eine Gelsenwasser-Tochter mit Sitz in Bochum.

Allerdings sollten wechselwillige Kunden sich noch einmal genauestens durch das Tarifwirrwarr arbeiten. Es lauern viele kleine Fallen in manchen Vertragswerken. Die Energieberatung der Mülheimer Verbraucherzentrale (Tel.:  3 20 25) hilft hier. Ein Wechsel wäre schnell möglich: Der Versorgungsvertrag mit RWE kann binnen Monatsfrist gekündigt werden.

Die Macher des Internetportals „Stromvergleich.de“ warfen dem RWE jetzt gar vor, viele Mülheimer Familien während deren Urlaubsreisen mit der Preiserhöhung überrascht zu haben. Dem widerspricht RWE-Sprecher Klaus Schultebraucks vehement: „Wir haben das sechs Wochen vorher, wie der Gesetzgeber es vorschreibt, per Anzeige in der Tageszeitung veröffentlicht und alle Kunden noch im Juni informiert.“

Die Anzeige in der Tageszeitung reicht gesetzlich nicht aus. Wer als RWE-Kunde definitiv im Juni keine Benachrichtigung vom RWE über die Preiserhöhung zum 1.8. erhalten hat, lege Widerspruch ein, bezahle keinen erhöhten Abschlag, wofür die Einzugsermächtigung widerrufen und ein Dauerauftrag eingerichtet werden sollte. Bei der Jahresrechnung müssen Sie dann den Preis vor dem 1. Aug. weiter ansetzen.

  • Musterschreiben des Bund der Energieverbraucher für Widersprüche gegen überhöhte Preise von Strom, Gas oder Fernwärme bei Sondervertragskunden als  (28 KB) – Nov. 09

Das RWE ist nicht nur einer der größten Abzockerfirmen Deutschlands. Es ist auch Europas größter Klimakiller mit seinen Braunkohlekraftwerken. Es setzt daneben gnadenlos auf Atomkraft und will längere Laufzeiten für seine verbrauchten AKWs wie Biblis. Doch RWE steht auch massive Lobbypolitik und hat viele Politiker auf seinen Gehalts- oder Vergütungslisten. Auch deshalb kann der Konzern trotz seiner rückwärtsgerichteten Energiepolitik die Entwicklung weiter aufhalten.

Mit seinen vielen abgezockten Milliarden stieg RWE auch ganz groß in das Geschäft mit der Privatisierung von Wasser und Müll. Beides ging ziemlich daneben. Die Wasserversorgung von London (Thames water) und in Teilen der USA (American water) verrotteten und das RWE stieg wieder aus. Nur in Deutschland ist das RWE noch an den Berliner Wasserwerken und dem Mülheimer RWW beteiligt. Wie lange noch? Das RWW ist inzwischen fast ganz ausgeschlachtet und in Berlin läuft ein Volksbegehren gegen die unlauteren Geheimverträge dort.
Im Müllbereich hatte RWE u.a. das korrupte Trienekens-Imperium übernommen, es hatte auch blind hinzugekauft, was nur ging. Der gesamte Bereich RWE-Umwelt funktionierte nicht, so dass er an Remondis verkauft wurde, u.a. die Mülheimer MEG, die danach erst einmal gründlich saniert und entfilzt werden musste. Heute ist RWE nur noch in der Müllverbrennung wie in Essen-Karnap tätig.

Mülheim ist des RWE “treueste” Stadt. Fast überall ist das RWE dabei. Mülheim sollte RWE-Modellstadt werden mit smart meter und Elektro-smart. Auch das ging daneben. Auch die schlechten Erfahrungen mit dem RWE bei RWW, Karnap-Verträgen und vor allem der MEG haben die RWE-Hörigkeit nicht erschüttert. Dafür sorgen die OB als hochdotierte Aufsichtsrätin und der Mülheimer RWE-Chef Großmann. So soll nun vorzeitig die Stromkonzession verlängert werden, was im Husarenstreich vor den Sommerferien durchgezogen werden sollte, aber nicht ganz lautlos  funktionierte, nicht zuletzt dank MBI. Nach den Ferien sollen dann die Rhenag-Teile der Gasgesellschaft medl auf die Mutter RWE übertragen werden. Mal schauen!

Mehr zum RWE

  • Nov. 11: Mülheim, das RWE und die Stromkonzession – Ein erschrecklich abgekartetes Spiel, aber bitter- bis todernst für die ganze Region! hier
  • Quo vadis RWE? Streit zwischen RWE-Kommunen und Vorstand als pdf-Datei (37 KB) -  NRhZ Nr. 260 vom 28.7.10
  • Juli 10: Stadtwerke auch in Mülheim für die kommunale, besser noch regionale Daseinsvorsorge! MBI-Appell an Frau Kraft und Frau Steffens als Mülheimerinnen in der Landesregierung hier
  • Juli 10: Vorzeitige Verlängerung der RWE-Stromkonzession für Mülheim: Kirchturmshandeln und RWE-Hörigkeit der OB als RWE-Aufsichtsrätin! hier!
  • Juni 10: Vorzeitige Stromverträge warum? Mülheim RWE-Stadt auf Ewigkeit? hier
  • April 10: “Üppige RWE-Vergütungen für Vorstand und Aufsichtsrat” hier
  • März 10: RWE-Ökoflops: Prof. Dr. Mülheim schwer erkrankt? hier
  • April 09: “Das Möchtegern-AKW des RWE im bulgarischen Belene, eine peinliche Geschichte, die nicht gerade für unternehmerische Weitsicht steht!“ hier und zur gesamten Geschichte hier
  • Juli 10: Berliner Volksbegehren “Unser Wasser! Wasser gehört in Bürgerhand!” organisiert vom Berliner Wassertisch
  • April 2006: “Über die Wasserversorgung der Stadt Mülheim und wie sie unsauber und unter Wert verkauft wurde” als pdf-Datei (150 KB)
  • Dez. 07 – März 08: Der dreiste und an den MBI gescheiterte Versuch des RWE, die Karnap-Städte mit vorzeitigen neuen Verträgen über den Tisch zu ziehen. Mehr dazu hier oder NRZ-Essen vom 8.1.08: “Höhere Müllgebühren ohne Not?” als pdf-Datei (186 KB)