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neue Citymanagerin nach kurzer Zeit schon abhanden gekommen?

Mülheim, Tal der Ahnungs- und Ratlosigkeit?
LeidbildMH

MBI-Antrag für den Hauptausschuss am 9.2.2017  TO öffentlich

Vorstellung der neuen Citymanagerin und Beratung ihrer Vorstellungen zur Verbesserung der kränkelnden Mülheimer Innenstadt

Beschlussvorschlag:
Die neue Citymanagerin möge sich und ihr Programm im Hauptausschuss vorstellen

Sachverhalt:
Die WAZ schrieb am 2.11.16 u.a.: Mit der Bottroperin Doomcity4Natascha Sadowski kommt eine neue „Kümmerin“ in die kränkelnde Mülheimer Innenstadt. Die 32-Jährige löst Gudrun von der Linden in ihrem Amt als „City-Managerin“ ab. Damit tritt sie ein schweres Erbe an: Sie soll sich für die Einzelhändler engagieren und Immobilieneigentümer bei der Vermietung von Leerständen unterstützen – eine langfristige Aufgabe, für die sie langen Atem brauchen wird. Mit dem Kaufhof-Abriss befindet sich die Innenstadt gerade mitten in einem Umbauprozess. „Ein guter Zeitpunkt, um in die Neuentwicklung einzusteigen“, findet Oberbürgermeister Ulrich Scholten. Er hat die Auswahl der City-Managerin zur Chefsache erklärt. Schließlich ist die Aufgabe mit hoher Außenwirkung verbunden. Jedes fünfte Geschäft steht leer – Mülheims Mitte bleibt das Aufregerthema. Von den 20 Bewerbern wählte der OB am Ende die Beste aus. … Mit Natascha Sadowski kommt nun eine Veranstaltungskauffrau auf den Posten, die im Stadtmarketing in Bottrop gelernt hat. In Mülheim wird sie jedoch eine andere Rolle einnehmen. Denn ihre Stelle ist nun nicht mehr beim Stadtmarketing MST angesiedelt, sondern bei der Wirtschaftsförderung Mülheim & Business (M&B). …….“

Es scheint an der Zeit, dass die Citymanagerin sich vorstellt und in nicht einfachen Zeiten für die Mülheimer Innenstadt den Mitgliedern des Hauptausschuss als dem „kleinen Rat“ Rede und Antwort steht.

L. Reinhard, MBI-Fraktionssprecher

Und siehe da:
Bereits vor Ende Januar ist die Hochgelobte wieder weg!

Da hatten die MBI den Antrag gestellt (s.o.), die neue Citymanagerin solle sich und ihr Programm im Hauptausschuss vorstellen. Der Antrag wurde auch den lokalen Medien zugestellt. Anscheinend hat die WAZ daraufhin nachgefragt und erhielt die Antwort, die Frau habe nach 80 Tagen „Probezeit“ wieder aufgehört „aus persönlichen Gründen, die sich auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf beziehen“, so M&B-Chef Schnitzmeier, vgl. WAZ-Artikel weiter unten.
Man staunt nicht schlecht und wundert sich gehörig, vor allem wenn man den obigen WAZ-Artikel nach dem Dienstantritt der Fachfrau bedenkt.
Deshalb einige Anmerkungen und Fragen:

  1. Die Bestellung der Dame wurde in keinem demokratischen Ausschuss beratschlagt, geschweige denn beschlossen, weder Haupt-, noch Planungs-, noch Wirtschaftsausschuss. Nur aus der Zeitung konnten die gewählten „Volksvertreter“ erfahren, dass die Nachfolgerin für Frau von der Linden nicht mehr bei der MST, sondern bei M&B angesiedelt sei. (vorher hatten beide ausgegliederten Gesellschaften je 1 gut bezahlte Stelle dafür, was den Niedergang der Mülheimer City auch nicht gerade aufgehalten hat)
  2. Außerdem hatte der OB laut WAZ (s.o.) die Auswahl der Citymanagerin zur Chefsache erklärt. Wieso war ihm anscheinend nicht aufgefallen, dass die Frau nicht geeignet sei, wenn sie aus „persönlichen Gründen“ angeblich die Stelle nach kurzer Zeit wieder aufgeben musste?
  3. Wenn die Bottroperin bereits nach 80 Tagen aufhörte trotz der ganzen Feiertage seit Anfang Nov., so fragt man, wann genau sie denn bereits das Handtuch geworfen hat? Genauso fragt man sich, wann das denn der Öffentlichkeit ohne den MBI-Antrag bekannt gegeben worden wäre und sollte?
  4. Unweigerlich fragt man sich auch, warum sie wirklich gekündigt hat, kaum dass sie begonnen hatte, denn Zitat von Nov. (s.o.): „Von den 20 Bewerbern wählte der OB am Ende die Beste aus. … Mit Natascha Sadowski kommt nun eine Veranstaltungskauffrau auf den Posten, die im Stadtmarketing in Bottrop gelernt hat.“

Unabhängig von diesen Fragen muss man feststellen,

  1. dass alle zentralen und wichtigeren Personalentscheidungen der letzten Monate hochgradig bedenklich waren und jede Professionalität vermissen lassen, ob die Mendack-Wahl zum neuen Kämmerer, die Wahl von Vorgänger Bonan zum ÖPNV-Geschäftsführer oder nun die Citymanagerin, die nach kurzer Zeit bereits abhanden kam.
  2. Man muss auch die Frage aufwerfen, ob die vielen ausgegliederten städtischen oder halbstädtischen Gesellschaften noch zeitgemäß sind, will man wirklich wieder Transparenz und weniger skandalöse Geschichten im Nachhinein, wenn wieder mal etwas schief ging? Unabhängig von den Personalgeschichten und den bedenklichen Geschäftsführergehältern wäre es auch für den sogar bilanziell überschuldeten städt. Haushalt mehr als angebracht, die gesamten Schattenhaushalte der Ausgliederungen wieder zurück in den Kernhaushalt zu überführen.
  3. Die auch in Mülheim deutlich angeschlagene repräsentative Demokratie wird zusätzlich geschwächt dadurch, dass wichtige Entscheidungen nur in Aufsichtsräten oder informellen Beiräten o.ä. gefasst werden, wo die Mitglieder der Verschwiegenheitspflicht unterliegen. Rat und Fachausschüsse werden so immer mehr zu reinen Abnickveranstaltungen in wichtigen Punkten.
  4. Für die kränkelnde Innenstadt ist die schnelle Kündigung der neuen, sicher nicht unterbezahlten neuen Citymanagerin ein schlechtes Signal, das die ansonsten so inbrünstig und immer wieder verbreitete angebliche Aufbruchstimmung alles andere als befördert, sondern eher auf den Boden holt.

P.S.: Nur aus Fairnessgründen hätten die MBI es für angebracht gefunden, wenn ihr Antrag in der WAZ zumindest erwähnt worden wäre.

Stelle der Citymanagerin wieder offen

WAZ Mülheim 28.01.2017, nachzulesen hier

Erst Anfang November hatte Natascha Sadowski (32) das Amt als neue Citymanagerin angetreten – nach rund 80 Tagen im Amt hört sie wieder auf. „Sie hat innerhalb der Probezeit für sich entschieden, die Stelle aufzugeben“, sagt Jürgen Schnitzmeier, Chef der Wirtschaftsförderung Mülheim & Business, bei der die Stelle der Citymanagerin angesiedelt ist. Dies habe persönliche Gründe, die sich auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf beziehen, so Schnitzmeier. 

„Schade“, findet es der Wirtschaftsförderer, dass die Bottroperin nicht weitermachen möchte. „Schließlich hatten wir das Jahresprogramm bereits durchdekliniert.“ Daher sei nun oberstes Ziel, die Stelle so schnell wie möglich neu zu besetzen. Neu ausgeschrieben werde diese aber nicht, man nehme Kontakt zu Bewerbern der ersten Runde auf. „Aus diesem Kreis wollen wir jemand Gutes finden“, sagt der Wirtschaftsförderer. Der Prozess laufe noch. Den Innenstadtbeirat habe Schnitzmeier bereits informiert. Sobald der neue Manager, die neue Managerin für die City gefunden ist, soll sich dieser oder diese den Institutionen und Händlern vorstellen.
Natascha Sadowski war für eine Stellungnahme am Freitag bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.