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Metropole Ruhr – beim ÖPNV voll aus der Spur? Beispiel: Kappung NE 9 Stadtgrenze DU/MH

Kurz vor dem Mülheimer Mobilitätsausschuss am Montag, dem 25.9.17, trudelte am Wochenende die Beschlussvorlage „Kappung der Linie NE 9 an der Haltestelle Raffelberg“ – Vorlage V 17/0761-01 ein. Der Ausschuss soll folgendes beschließen: „Der Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Mobilität beschließt die Haltestelle Raffelberg als neues Linienende für die NE 9“
Begründung: Im Rahmen eines Abstimmungstermins zwischen den Städten Duisburg und Mülheim an der Ruhr unter Beteiligung damaligen MVG und heutigen Ruhrbahn wurde durch die Stadt Duisburg mitgeteilt, das für den Betrieb der NachtExpreß-Linie NE 9 im Stadtgebiet Duisburg kein weiterer Bedarf besteht. Eine Finanzierung der Linie durch die Stadt Duisburg wird ausgeschlossen. Weiterhin ist die Linie NE 9 auch nicht mehr Bestandteil des aktuellen Duisburger Nahverkehrsplans, so dass keine Grundlage für die Erteilung der Linienkonzession vorliegt. Der im Juli 2017 verabschiedete Nahverkehrsplan der Stadt Mülheim an der Ruhr sieht den unveränderten Betrieb der Linie auch in Duisburg vor. ………………… Die Ruhrbahn Mülheim wird nach Abstimmung mit der Bezirksregierung Düsseldorf die Teilentbindung von der Betriebspflicht der Linie NE 9 aufgrund wesentlicher Änderung des Linienweges und des Fahrplanangebots zum 07.01.2018 in der vorliegenden Form beantragen …………..
Finanzielle Auswirkungen: Keine“.

Metropole Ruhr – beim ÖPNV voll aus der Spur?
Blühende Kirchtürme oder Kirchturmsblüten im Ruhrgebiet, mit massiven ÖPNV-Bruch- und Versatzstücken

PlakatOEPNV-LTWAus der WAZ Duisburg konnte man als angrenzender Mülheimer am 6.6.17 erfahren: „Der RVR kritisiert am neuen Nahverkehrsplan der Stadt Duisburg, dass die Nachtexpress-Linie NE 9 von Duisburg Hauptbahnhof über Mülheim Hauptbahnhof zum Rhein-Ruhr-Zentrum eingestellt werden soll. Der NE 9 verbinde zwei Städte miteinander und sollte auch aufgrund “ihrer Anbindung an regional bedeutsame Freizeitstandorte weiterbetrieben werden”, heißt es in der Stellungnahme des RVR an die Stadt Duisburg“. Dass dieses Problem davor in keinem Mülheimer Ausschuss o.ä. behandelt worden war, war kein Zufall, denn auch hier beschäftigt man sich bzgl. Nahverkehr am liebsten nur mit sich selbst und nur bis zur Stadtgrenze. Zu Duisburg hin ist das am Zoo, wo die einzige ÖPNV-Verbindung nach Mülheim, die Linie 901, zur einen Seite einen ganz anderen Takt fährt als zur anderen. Besonders gravierend ist das Problem am Samstag frühmorgens, denn dann fährt die 901 in Duisburg ab 4 Uhr bis Zoo und wendet dort, auf dem Mülheimer Stadtgebiet verkehrt die Bahn auf der langen Strecke von Zoo über Speldorf, Broich bis Hbf aber erst ab 7 Uhr. Die Menschen, die aus Duisburg kommend in Mülheim arbeiten und umgekehrt, deren Schicht etwa um 6, 7 oder vor 8 Uhr beginnt, sind bisher auf den NE 9 trotz seines viel schlechteren Takts angewiesen. Ebenso ergeht es Mülheimer/innen aus Broich oder Speldorf, die am Samstag früh z.B. in Düsseldorf zur Arbeit müssen und demnächst ganz ohne den NE 9 mit ÖPNV nicht mehr direkt zum Duisburger Hbf gelangen können. Das alles betrifft nicht selten Menschen im Putzdienst, die frühmorgens zur Arbeit müssen, keine gleitende Arbeitszeit haben können und als Beschäftigte im Niedriglohnsektor auch vollends auf den ÖPNV angewiesen sind.

Nun hatte der Mülheimer Ausschuss sich im Juni nach Bekanntwerden der Duisburger Pläne fast einstimmig für den Erhalt des NE 9 bis Duisburg Hbf. ausgesprochen. Doch das interessierte die Duisburger wohl keine Bohne. Mehrere Treffen, Befahrungen usw. wurden durchgeführt, um dann festzustellen, dass nix zusammen geht, weil die Duisburger in dem Punkt halt nicht wollen, basta. Wieviel unnötige Energie, Geld und Arbeitskraft im zersplitterten Ruhrgebiets-ÖPNV verballert werden muss, nur um simpelste Dinge zwischen den Kirchtürmen zu koordinieren, falls überhaupt möglich, geht auf keine Kuhhaut.

Ähnlich schildbürgermäßig ist das auch an der Stadtgrenze Mülheim/Oberhausen mit der Linie 112, sicherlich aber auch an diversen anderen Stellen im Revier.

Jede Teilstadt, besser Stadtteil, in der Metropole Ruhr wurschelt beim ÖPNV eigenbrötlerisch vor sich hin. Ergebnis ist ein übermäßig teurer, aber sehr ineffektiver und kundenunfreundlicher Nahverkehr. Der übermäßig teure und wenig effiziente ÖPNV ist ein gravierender Standortnachteil für das Ruhrgebiet!

Man kann nur hoffen, dass die neue Landesregierung demnächst endlich anders mit der Riesenproblematik umgeht und die Kirchtürme zur Fusion ihrer insgesamt 28 Einzel-Verkehrsgesellschaften zwingt und damit auch zu einem gemeinsamen Nahverkehrsplan aus nur noch einem Guss!!

Der ÖPNV ist das wichtigste Problemfeld mit akutem Handlungsbedarf für Mülheim und das Ruhrgebiet mit seinen über 5 Millionen Einwohnern und sage und schreibe 28 Verkehrsgesellschaften!

G.-W. Scholl, MBI-Nahverkehrsexperte

Mehr zum Thema findetFlughafenast-DieStory man auch in einem 45-minutiger Fernsehbericht des WDR vom 15.9.14:

„DieStory – Endstation – Kollaps im Nahverkehr“

hier und auf youtube hier