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VHS-Zerstörung nächster Akt?

  • Ratssitzung u.a. zum Thema VHS am Do., dem 7. Dez., ab 16 Uhr, zu der möglichst viele Menschen kommen sollten. Treffen ab 15 Uhr vor dem Rathaus, Eingang Standesamt, für die angemeldete Kundgebung. Besucherkarten für die Tribünen bitte telefonisch bestellen bei Frau Österwind, Raum B 111 im Rathaus, Tel.: 455-3033
  • Bude der BI auf dem Advents- und Weihnachtsmarkt am Kirchenhügel ab Fr., dem 1. Dez., zur Information über den VHS-Skandal und zur Mobilisierung von Menschen zur Ratssitzung am 7. Dez.. Der Weihnachtsmarkt ist geöffnet Di. – Fr. von 16 bis 20 Uhr, Sa.+So. von 14 bis 20 Uhr. Verteilt wird das Flugblatt der BI “Erhalt unserer VHS in der MüGa”: “Ist die VHS noch zu retten? Wir sagen: Ja!”, nachzulesen als pdf-Datei (483 KB)

Die VHS-Zerstörung, eine böse, abgekartete Geschichte? Oder höhere Gewalt?

Am 9. November war die Sitzung der Bezirksvertretung 3, in deren Bereich sich unsere inzwischen „Geister“-VHS befindet. TOP 16 der vorläufigen Tagesordnung lautete „Grundsatzbeschluss hinsichtlich der weiteren Vorgehensweise zur VHS – Vorlage: V 17/0874-01“. Am Wochenende vor der Sitzung kam dann die endgültige Tagesordnung und siehe da: TOP 16 war einfach gestrichen worden, warum auch immer!

Pro VHSDiese Beschlussvorlage zur VHS-Zukunft für den Finanzausschuss am 29.11. und den Rat am 7.12.17 hat jetzt nur noch den Titel „Weitere Vorgehensweise zur VHS“. Der Finanzausschuss soll empfehlen und der Rat soll beschließen, dass die Verwaltung 3 Möglichkeiten „unter Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten“ prüft, wie eine zukünftige Volkshochschule in Mülheim/Ruhr aussehen könnte. 1.) bei Sanierung des heutigen Gebäudes in der MüGa 2.) als Neubau auf einem städtischen Grundstück und 3.) auf einem Grundstück in Fremdbesitz.

Diese Prüfungen sollen im 3. Quartal 2019 abgeschlossen sein und dann zu einem Baubeschluss führen. Als mögliche Inbetriebnahme wird bei Sanierung der heutigen VHS das 3. Quartal 2023 angegeben, bei einem Neubau nach Variante 2.) oder 3.) das 4. Quartal 2022.

Für die sog. Entwurfsplanung gibt die Verwaltung an, dass dafür für Architekten und Ingenieure für Variante 1.) 600.000 € benötigt würden, für die Varianten 2.) und 3.) insgesamt ca. 300.000 €. Der Unterschied bestehe darin, dass für die Prüfung der Sanierung der heutigen VHS auch zerstörende Untersuchungen nötig wären.

Beigefügt ist ferner das Protokoll von einer ca. 1-stündigen „Bauwerksprüfung“ am 2.11. von 4 städtischen Vertreter/innen mit einem Gutachter der Firma VDS, Statik und konstruktiver Ingenieurbau, aus Düsseldorf. Dieser empfiehlt eine weitere statische Untersuchung inkl. weiterer Bauteilzerstörung, denn „zerstörungsfreie Methoden der Bauwerkprüfung führen häufig zu uneindeutigen Ergebnissen“.  In der Begründung der Beschlussvorlage behauptet die Stadtverwaltung mit Berufung auf den VDS-Gutachter, „dass der in der Bauzeit übliche Baustandard nicht eingehalten wurde. Daher hat sich der ImmobilienService entschlossen, das Gebäude von einem Statiker überprüfen zu lassen. .. Als Fazit ist festzustellen, „dass die vorgefundenen Auffälligkeiten deutlich zeigen, dass im Hinblick auf die Standsicherheit (vor Inbetriebnahme) Handlungsbedarf besteht. … Es wird daher empfohlen, nach Entkernung des Gebäudes eine vollständige Bestandsaufnahme aller tragenden Bauteile zur Bauwerksprüfung zu erstellen.“

Die Verwaltung macht keinen Hehl daraus, dass sie unsere VHS in der MüGa auf keinen Fall weiter betreiben will, denn nicht zufällig führt sie die überholte olle Kamelle an, dass die heutige VHS mit ca. 6000 qm Gebäudegrundfläche bei einer „neuen Lösung“ fast halbiert werden würde. Bereits vor ca. 2 Jahren präsentierte die neue VHS-Leiterin, von der man übrigens in der jetzigen existenziellen Krise der VHS noch wenig vernommen hat, ein halbgares VHS-Konzept mit genau diesem Fazit, welches aber weder mit den Lehrenden, noch den Kursteilnehmern irgendwie abgesprochen war. Als sich zeigte, wie wenig realitätsnah das ganze war, verfestigte sich der Eindruck, dass es ein weiterer Versuch war, die beliebte und gut funktionierende Mülheimer VHS kaputt zu reden, um endlich den hochattraktiven Standort anders vermarkten zu können. Danach konnte die Stadt die Eintragung der VHS als Denkmal auch nicht weiter blockieren und torpedieren, was Mitte 2016 nach einiger Verzögerung auch geschah.

VHS-ErhaltErinnert sei auch daran, dass die BI „Erhalt unserer VHS in der MüGa“ im Bildungsausschuss am 13.3.17 beantragt hatte, ein Nutzungskonzept VHS 2020 zusammen mit Nutzern, Beschäftigten und interessierter Öffentlichkeit zu erarbeiten. Anlass war der seit vielen Jahren überfällige Baubeschluss vom Feb. zur ersten VHS-Sanierung mit Sofortmaßnahmen noch in diesem Sommer. Ferner hatte der ImmoService (IS) in der WAZ im Feb. angekündigt, dass für die Gesamtsanierung ab 2019 noch ein Konzept „VHS 2020“ erarbeitet werden müsse für die dafür nötige europaweite Ausschreibung. Doch der zuständige Dezernent wischte den BI-Antrag inkl. des Angebots der BI zur Mitarbeit barsch vom Tisch und leugnete glattweg die Notwendigkeit dieses Gesamtkonzepts. Anscheinend war sich zu dem Zeitpunkt die Verwaltung noch nicht einig, was mit dem VHS-Denkmal geschehen sollte. Das ist nun seit der Schließung in der Woche der Bundestagswahl und kurz vor dem Etatdesaster der Stadt Mülheim Mitte Oktober anders.

Die gesamte Verwaltung will seither keine weitere VHS-Nutzung im Gebäude in der MüGa.

Auch wenn es nicht explizit in der Vorlage aufgeführt wird, ist klar, dass nach dem Willen der Verwaltung die heutige VHS auf jeden Fall bis mindestens Herbst 2023 geschlossen bleiben soll, ähnlich wie es in der Ratssitzung am 18.10. verkündet wurde. Es soll entsprechend auch nichts zur Behebung der seit mindestens 10 Jahren bekannten Brandschutzmängel geschehen. Da laut Vorlage mit der Kostenermittlung für die heutige VHS erst Mitte 2019  zu rechnen sein soll, für die Neubauvarianten 1 Quartal früher, müsste also das leere Gebäude an der Bergstr. bis mindestens Herbst 2013 in jedem Fall weiter lediglich bewacht werden, bei heutigen 6000 € pro Woche also für weit über 600.000 € bis zu einem letztendlichen Sanierungs- oder Baubeschluss voraussichtlich im Herbst 2019.

Die gebäudelose Rest-VHS müsste sogar in jedem Fall bis Ende 2022 (bei Neubau) und bis Herbst 2023 (bei VHS-Sanierung) irgendwie verteilt auf Mülheimer Stadtgebiet erfolgen oder auch in Nachbarstädten. Unabhängig davon, dass auch dies nicht zum Nulltarif möglich wäre, wären bis dahin von der bisher hervorragenden Mülheimer VHS als Ort für Weiterbildung, Integration, Kultur, politischer Volksbildung u.v.m. nur noch Rudimente übrig.

VHS-LuftbildDas alles wird in der Beschlussvorlage als quasi unvermeidlich und alternativlos dargestellt, weil nach 40 Jahren die Standsicherheit des massiven Betonbaus an der MüGa gefährdet sei, denn angeblich seien schon beim Bau Ende der 70er Jahre die Bestimmungen nicht eingehalten worden.

Die Bedeutung der VHS auch für das Gesamtensemble rund um die MüGa sollte nicht vergessen werden, auch nicht für den sehr beliebten Matsch-Spielplatz daneben oder für den Kräutergarten oder für alle möglichen events im Park. Wenn da jahrelang eine verrammelte Ruine als VHS-Relikt stehen würde, käme das einer mutwillig herbeigeführten Verarmung der gesamten Mülheimer Kulturlandschaft gleich. Auch dabei sei daran erinnert, dass die ersten Schritte dazu bereits einige Zeit vor der überfallartigen VHS-Schließung am 18. Sept. diesen Jahres durchgeführt wurden wie u.a. die Schließung des Eingangs zur MüGa hin.

Nach bisher bereits 3 gescheiterten Versuchen, die in der Bevölkerung beliebte VHS aus der MüGa weg zu bekommen (Hotelpläne der MST und Dezentralisierungpläne des Dezernenten, Sparkassenakademie und VHS als Lückenfüller im Nach-Kaufhofkomplex) hat man sich bei diesem Totalangriff mit vermeintlich Unangreifbaren gewappnet, dem Brandschutz. Als dann mit dem Öffentlichmachen des Gutachtens von 2012 durch die MBI die Glaubwürdigkeit der städtischen Begründung wackelte, schob man flugs die Statik nach. Kann ohnehin keiner widerlegen, weil niemand das Gebäude seit 2 Monaten mehr betreten darf.

Doch es ist dem Normalbürger nicht glaubhaft zu machen, dass Sanierung selbst im leeren Gebäude nicht stattfindet, dass just dieser Bau in Terrassenform keine Fluchtwege offen ließ, dass dieser massive Betonbau „löchrig wie Schweizer Käse“ sei, der jeden Moment in sich zusammenfallen könne. Was klar und deutlich aber herüber kommt, ist der feste Wille, die VHS nie wieder im Denkmal in der MüGa stattfinden zu lassen, koste es, was es wolle!

Alles deutet darauf hin, dass das gesamte Verfahren, das aus Verwaltungssicht einzig auf Beseitigung der VHS aus der MüGa hinauslaufen soll und kann, von längerer Hand geplant und genaustens vorbereitet gewesen zu sein scheint.

Ein bisher arg böses Spiel, das Dozenten und Kursteilnehmern gegenüber sehr rücksichtslos ist und anscheinend nicht die Erfüllung der in Zeiten von Digitalisierung und Massenzuwanderung noch viel wichtiger gewordenen Pflichtaufgabe einer VHS im Vordergrund sieht, sondern womöglich nur die zukünftig ermöglichte Vermarktung des attraktivsten Grundstücks, das die Stadt noch besitzt.

Sollte der Rat die Vorlage so beschließen, könnte theoretisch nur ein Bürgerentscheid das böse Spiel noch umkehren. Es sei denn, eine Landesbehörde stoppt die Mülheimer Verwaltung bei dem Versuch, nach Ruhrbania, PPP-Geschichten in Serie, Fehlspekulationen bei swaps und Währungskrediten u.v.m. das nächste auch finanzielle Abenteuer einzugehen. Nichts anderes wäre der Neubau einer VHS, wo auch immer, und das systematische Verrottenlassen des VHS-Denkmals, um es dann in Zukunft „aus wirtschaftlichen Gründen“ endlich abreißen zu können.

  • Nächstes Treffen der BI “Erhalt unserer VHS in der MüGa” am Do., dem 30. November, um 19 Uhr in der Aula der Grundschule Zunftmeisterstraße Mehr hier

Mehr in

  • 19.9.17: VHS in der MüGa erneut existenziell gefährdet!? hier
  • 5.10.17: 1. PE der BI nach der überfallartigen VHS-Schließung: „Sofortige Wiederöffnung der VHS und Sanierungsarbeiten bei laufenden Betrieb!“ hier
  • 9.10.17: “VHS – ein Riesenskandal wird offensichtlich?!” hier
  • 24.10.17: „Ist die VHS noch zu retten? Ja, aber es muss gewollt sein!“ hier
  • 12.11.17: Bürgerentscheid zum Erhalt unserer VHS in der MüGa? hier
  • 14.11.17: Fördermittel zur Sanierung des VHS-Denkmals endlich in Angriff nehmen! hier