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Das Desaster mit dem Kirchturms-ÖPNV im Ruhrgebiet

„Verkehrschaos zwischen Rhein und Ruhr – Kein Konzept für Bus und Bahn“

Beitrag vom 13.3.19 im ZDF in Frontal 21

Weiter unten daraus das Interview mit dem ex-WAZ-Chefredakteur und darunter noch einige Beispiele von den hohen Gehältern von ÖPNV-Chefs im Ruhrgebiet

PlakatOEPNV-LTWDieser Beitrag zum miserablen ÖPNV im Ruhrgebiet bzw. in der Metropole Ruhr wiederholt genau das, was die MBI seit über 10 Jahren immer wieder bemängeln. Seit Jahren fordern wir, dass die fatale Kirchturmspolitik im ÖPNV beendet werden muss, weil sehr teuer und gleichzeitig wenig effektiv, solange jede Teilstadt nur ihr eigenes Süppchen kocht. Eine Verkehrswende, die zukünftig mehr als die im Bericht genannten heutigen nur 10% der Pendler in der 5-Mio-Metropole Ruhrgebiet befördern werden muss, wird nie und nimmer gelingen, wenn die 13 Einzel-Verkehrsgesellschaften nicht endlich fusioniert werden und nur ein einziger für alle gültiger Nahverkehrsplan erstellt wird.
Von sich aus werden die Kirchtürme das nicht tun. Meoline, VIA waren 2 zuletzt gescheiterte, ausgesprochen halbherzige Kooperationsversuche im westlichen Ruhrgebiet (DU+E+MH+OB)  mit bereits über 1,5 Mio. Einwohnern. Erst Oberhausen und dann Duisburg stiegen aus. Auch die Ruhrbahn, als gemeinsame Gesellschaft nun nur noch von Essen und Mülheim ist nix Ganzes und nix Halbes (außer bei den erhöhten Chefgehältern für Feller und den Mülheimer ex-Kämmerer Bonan“opulos“!).
Mülheim als kleine Großstadt mittendrin hat dabei selbst im Ruhrgebietsvergleich den wohl teuersten und gleichzeitig ineffektivsten öffentlichen Nahverkehr. Seit Jahren drehen sich nahezu alle Mülheimer ÖPNV-Diskussionen im Kreise mit Orgien von Gutachten für sehr viel Geld, alle mehr oder weniger für den Papierkorb. Zukunftsträchtige Überlegungen für die notwendige Verkehrswende sind dagegen noch nicht in Sicht!

Landesregierung muss den Zusammenschluss der ÖPNV-Gesellschaften des Ruhrgebiets aktiv forcieren!

Flughafenast-DieStoryMehr zum Thema findet man auch in einem 45-minutiger Fernsehbericht des WDR vom 15.9.14: „DieStory – Endstation – Kollaps im Nahverkehr“ auf youtube hier
Kurzum: Es sind längst Binsenweisheiten, dass 1.) die Zersplitterung des ÖPNV im Ruhrgebiet ein wesentlicher Standortnachteil ist und 2.) dass die vorherrschende Kirchturmspolitik von allesamt hoch verschuldeten Teilstädten die überfällige Fusion der diversen Nahverkehrsgesellschaften verhindert, soweit und solange nur möglich.
Deshalb kann und wird eine wirkliche Verbesserung nur möglich sein, wenn die Landesregierung die Initiative aktiv in die Hand nimmt. Mülheim z.B. als heillos überschuldetes Städtchen mittendrin mit einem desolaten ÖPNV könnte und sollte dem Land signalisieren, dass man bereit ist, und zwar jetzt und nicht erst auf St. Nimmerlein.
Dazu hatten die MBI Mitte 2018 erneut einen Antrag für Mobilitätsausschuss und Rat gestellt, vgl. hier. Doch der Ausschuss weigerte sich, darüber abzustimmen und im Rat wurde der Antrag gleich von der TO verbannt!

Aus: https://www.zdf.de/assets/manuskript-verkehrschaos-zwischen-rhein-und-ruhr-100~original

O-Ton Uwe Knüpfer, Journalist und ex-Chefredakteur der WAZ:

„Ja, je mehr Verkehrsgesellschaften, umso mehr Posten, Vorstände, Aufsichtsgremien, die zu verteilen sind. Das sind nahezu die letzten Pfründen, die die Parteien in den maroden, klammen Ruhrgebietsstädten zu vergeben haben. Darauf will man nicht verzichten. Man bräuchte im Grunde eine Verkehrsgesellschaft fürs ganze Ruhrgebiet – so wie in Berlin die BVG oder die Wiener Linien in Wien, aber das wird von den Parteien, die diese Posten gerne besetzen wollen, seit Jahrzehnten verhindert.

Und tatsächlich, es lohnt sich, Chef eines städtischen Verkehrsbetriebs zu sein. Beispiele:

  • Andreas Kerber, Vorstand der Bogestra in Bochum und Gelsenkirchen erhielt 2017 – 295.313 Euro Gehalt plus 236.975 Euro Altersvorsorge.
  • Guntram Pehlke, Chef der Dortmunder Stadtwerke und Verkehrsgesellschaft DSW 21 kassierte 522.000 Euro, hinzu kamen nur für 2017 Rückstellungen für die Altersvorsorge von 706.000 Euro
    und
  • Marcus Wittig, in der Pleitestadt Duisburg Chef der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft, 547.040 Euro Gehalt, ……………….“