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Immobilien-Haifischbecken MH

Die Stadt Mülheim baut für ca. 4 Mio. ein kleines Hafenbecken, das aber offiziell nur ein Wasserwanderrastplatz (WWR) ist. Wenige Boote passen hinein, um dereinst den Flair von Venedig an die geplante Ruhrpromenade zu bringen, die sich auch nach Jahren immer noch nur als Schuttberge zerstörter Infrastruktur (Rathaus, Bücherei etc.) neben  dem zerstörten Gartendenkmal mit seinen abgeholzten Naturdenkmälern zeigt. Auch die Baustelle WWR ruhte lange Zeit, weil falsche Farben in das kleine Kaimäuerchen eingebaut worden waren. Mehr hier

Im folgenden einige Hintergründe zu den massiven Mülheimer Fehlentwicklungen der letzten Jahre im Zusammenhang mit dem Ruhrbania-Fiasko und der dramatischen Innenstadtkrise. Getreu der alten Binsenweisheit „Bei allem frage, wer von was wirklich profitiert“ sollten die gesamten propagandistischen Sprüche und Ankündigungen auch danach hinterfragt werden, was dahintersteckt. Und da haben in Mülheim die Immobilien“haie“ den ganz entscheidenden Einfluss, über den aber selten offen gesprochen wird. Im folgenden mehr zum Immobilienbesitzer Hoffmeister. Die gesamte Mülheimer „Szene“ enthält noch einige wenige zusätzliche größere Fische wie z.B. Conle (u.a. die gesamte Saarner Kuppe, etliche Leerstände im Hafen u.v.m.), den Mülheimer Wohnungsbau MWB (mit dem SPD-Chef Esser als Geschäftsführer), den zumeist städtischen SWB und den ex-Häutehändler Schafstall (Imoba).

Das Haifischbecken a.d. Ruhr und seine Auswirkungen auf Stadtentwicklung und Haushaltslöcher

Mail an die MBI als Antwort auf die mail unten zu „Betreff: Kaufhof-Entwickler Kölbl-Kruse im Visier des Staatsanwaltes“
„Olaf König ist der Geschäftsfreund von H. Hoffmeister.
http://www.sticih.de/extern/kg/impressum.html
www.koeniggroup.de/

Ihr seid jetzt ganz nah dran.“
Grüße …..

Olaf König ist Mülheimer Unternehmer, sein Büro an der Düsseldorfer Str. in Saarn. Er war Eigentümer des Speichergrundstücks am Duisburger Innenhafen und er verkaufte entgegen seiner Zusage ans Land für das Landesarchiv das Grundstück ganz schnell an Kölbl-Kruse, die dann anscheinend den Steuerzahler um 10 bis 25 Mio. € erleichtern konnten, vgl. unten

Jochen Hoffmeister, ursprünglich nur Chef der Firma für Lacke und Farben am Hingberg, ist ein anderer Mülheimer, dem ganz viele MH-Immobilien gehören, u.a.

  • der Easy-Tower der untergegangenen Spieleentwickler „Easy“ am Hbf. (auf 15 Jahre von der Sozialagentur der Optionskommune Mülheim angemietet, obwohl das Optionsmodell zu Hartz IV nur für 5 Jahre gilt),
  • zusammen mit Pogge und Mangen das ehemalige Möbelhaus Nohlen an der Löhstr., das zum Bürgeramt umgebaut wurde, welches die Stadt für 25 Jahre anmietete. Mehr hier. Dieses lange leerstehende Gebäude, das sicher zum Spottpreis erworben worden war, wurde von der Stadt angemietet, damit das intakte und bestens angenommene Bürgeramt am Viktoriaplatz abgerissen werden konnte, um das Medienhaus zu bauen, das benötigt wurde, um die Bücherei in Ruhrbania, Baufeld 2, abreißen zu können, was in den letzten 2 Wochen geschah
  • das ehemalige Arbeitsamt wurde Ende 2009 von Hoffmeister an die Stadt für 1,7 Mio. €  verkauft, damit die es für Ruhrbania, Baufeld 3 oder 4, abreißen kann,mehr hier
  • zusammen mit dem kürzlich verstorbenen Bodo Scheibel (ex-Sparkassenchef, mehr hier)  ist H. auch Eigentümer des ehemalige MEG-Gelände am Heifeskamp (MEG= Mülheimer Entsorgungsgesellschaft), wo sie das Einkaufszentrum „Dümptener Tor“ errichten ließen, das im Dez. 2008 neu eröffnete
  • zusammen mit Scheibel erwarb H. vor ca. 4 Jahren von der Metro AG (stammt bekanntlich wie Aldi und Tengelmann aus Mülheim) auch den Mülheimer Kaufhof, der gestern nach 56 Jahren endgültig seine Pforten schloss. Am 27.8.09 hatten Hoffmeister und Kölbl-Kruse (s.u.) als Kaufhof-Nachfolger publicity-wirksam „Ruhrbanium“ präsentiert und damit Frau Mühlenfeld 3 Tage vor der Kommunalwahl ein ganz großes Erfolgsversprechen beschert, dass sich nun bei der realen Kaufhofschließung aber bereits als Luftnummer erweist. Mehr hier. Vorläufig aber hat die Stadt die Erdgeschossetage des Kaufhof-Parkhauses noch für Ruhrbania-Propaganda angemietet. Kosten pro Monat unbekannt.
  • auch an der Brunshofstr. am Flughafen Essen-Mülheim (bisheriger Mieter die FH) besitzt Hoffmeister Gewerbeimmobilien. Zur Erinnerung: Im März 2003 stellten der Oberhausener Projektentwickler Franz-Josef Bangel sowie sein Partner Jochen Hoffmeister ihre Pläne für einen Gewerbepark am Flugplatz (interkommunales Gewerbegebiet H 17) vor. Für zwei Elemente, ein Hotel mit Bürokomplex sowie eine Tagesklinik, war angeblich bereits eine Bauvoranfrage bei der Stadt Mülheim eingereicht worden. Dieses Projekt war eine Mogelpackung: Für Gewerbeflächen waren 33.000 m² vorgesehen. 46.500 m² sollten für die Erweiterung der Flughafeninfrastruktur zur Verfügung gestellt werden. Nach eigenen Angaben machte das Gesamtkonzept für Bangel und Hoffmeister ohne Flugbetrieb keinen Sinn. Doch dann scheiterten die Pläne kläglich und schnell und bei der Aufstellung des B-plans H 17 preschte dann Wüllenkemper in 2008 mit seinen Airbusplänen vor, was aber genauso zukunftslos war, weil bereits gegen die Stadt Essen als Miteigentümer des Flughafens nicht machbar. Mehr hier
  • Außerdem hat Hoffmeister Immobilien an der Solinger Str. in Saarn uswusf…

Im Zusammenhang mit Immobilien sprechen die wichtigen Kreise Mülheims immer von Haifischbecken. Das war z.B. bei der vordergründig peinlichen Standortdiskussion für die geplante Fachhochschule Mülheim/Bottrop der recht offensichtliche Hintergrund. Doch egal:

Unabhängig von dem tollen Reibach, den hier wenige auf Kosten der Allgemeinheit machen dürfen, sind die städtebaulich und finanziell verheerenden Folgen nicht wieder gut zu machen.

  • Das Einkaufszentrum Heifeskamp war der endgültige Todesstoß für die Mülheimer Innenstadt und neben Ruhrbania und dessen jahrelangen Riesenbaustellen mitverantwortlich für die endgültige Kaufhofschließung
  • Der Umzug der MEG zur Pilgerstr., das völlig überdimensionierte neue Entsorgungszentrum dort inkl. der nach kurzer Zeit wieder stillgelegten Vergärungsanlage und vor allem die viel zu hohen Mieten haben diese teilprivatisierte Müllfirma aus dem risikolosen Monopolbereich in den Ruin getrieben (zahlte Trienekens in 2000 ganze 2,7 Mio. € für 49% MEG, so hatte die kleine Firma MEG bis 2005 sage und schreibe knapp 40 Mio. € Schulden aufgetürmt!). Vermieter an der Pilgerstr. war die SMH (Sparkasse, Mannesmann, Hoffmeister) als Eigentümer und Vermarkter der brachliegenden ex-Mannesmann-Flächen. Die MEG konnte erst saniert werden, als mit dem neuen privaten Teilhaber Remondis das Gelände von der SMH gekauft wurde (war trotz hohem Kaufpreis viel billiger als die Pacht) und nachdem Remondis ganze Teilflächen selbst angemietet hatte. Mehr zum MEG-Desaster hier oder MEG: Bermuda-Dreieck an der Pilgerstr.? als pdf-Datei (68 KB)

Auf dem verbliebenen Mannesmann-Gelände wollte SMH noch einen Riesebaumarkt an der Neustadtstr. ansiedeln, was ein weiterer Genickschuss für die Innenstadt und die Stadtteile Dümpten und Styrum gewesen wäre. Mehr hier Doch wenigstens an dem Punkt gab die CDU nicht nach, so dass die SPD alleine blieb und der SMH nicht auch noch diese Gelder zuschanzen konnte! Mehr hier.
Inzwischen wurde SMH an die australische „Goldman Group“ verkauft und wird unter „Oak Logistics“ geführt.

Von: MBI [mailto:mbi@mbi-mh.de]
Gesendet: Samstag, 29. Mai 2010 22:53
Betreff: Kaufhof-Entwickler Kölbl-Kruse im Visier des Staatsanwaltes

Die Firma Kölbl-Kruse trat kurz vor der Kommunalwahl im Aug. 09 auch in Mülheim in Erscheinung als Projektentwickler für den Kaufhof, der bekanntlich heute endgültig dicht gemacht hat. Die verkündeten damals, sofort nach dem Kaufhof-Aus mit dem Abriss und dann dem Bau eines „Ruhrbanium“ für Einzelhandel zu beginnen. Inzwischen steht Ruhrbanium noch ungewisser da wie die teure Schwester Ruhrbania daneben, bei der aber der teure Rathausabriss und die Vernichtung des Gartendenkmals bereits erfolgte (sind ja auch Steuer- und keine privaten Gelder!)
Von links nach rechts: Stephan Kölbl, Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld, Jochen Hoffmeister, Dr. Marcus Kruse am 26.8.2009 bei der Präsentation der Ruhrbanium-Pläne

Und nun dies zu der Essener Firma Kölbl-Kruse, die an etlichen größeren Projekten und Immobilien zumindest im Ruhrgebiet beteiligt ist:

Landesarchiv NRW : Verraten und verkauft
NRZ-Duisburg, 28.05.2010, Stefan Endell

Die Projektkosten des am Duisburger Innenhafen geplanten Landesarchivs von Nordrhein-Westfalen sollen sich durch eine Indiskretion im Januar 2007 um mindestens 10 Millionen Euro verteuert haben.

Nach Informationen der Neuen Ruhr Zeitung ist bei der Staatsanwaltschaft Duisburg im April 2010 ein Strafantrag wegen des Verdachtes des „Geheimnisverrates im Staatsdienst“ und des Betruges zum Nachteil des Landes NRW und zum Nachteil der Stadt Duisburg gestellt worden.

Dieses Dokument kann das neue Landesarchiv NRW, das am Innenhafen entstehen wird, am besten gleich in seinen Akten-Bestand mit aufnehmen und aufbewahren bis in alle Ewigkeit: Es ist der Strafantrag eines Frankfurter Detektivs, eingereicht am 12. April dieses Jahres bei der Staatsanwaltschaft Duisburg.

In diesem Strafantrag fordert der Mann die Ermittler auf, seinem Verdacht auf Betrug zum Nachteil des Landes NRW und zum Nachteil der Stadt Duisburg nachzugehen. Durch eine Reihe von Dokumenten, die der Staatsanwaltschaft (wie auch der NRZ) vorliegen, bestehe der Verdacht des „Geheimnisverrates im Staatsdienst an die Firma Kölbl und Kruse.“

Hierdurch sei es dem Unternehmen möglich gemacht worden, das Grundstück am Duisburger Innenhafen samt RWSG-Speicher dem Land vor der Nase wegzuschnappen. Später hätten diese Unternehmer dem Land das Objekt zu einem Vielfachen des Einkaufspreises verkauft. Der Schaden, der durch diesen Geheimnisverrat entstanden sei: 25 Millionen Euro.

Die Staatsanwaltschaft, so seine Forderung, müsse diese Verträge rückabwickeln und dem Land NRW, seinem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) sowie der Stadt Duisburg die gezahlten Summen zurückführen.

Die Geschichte beginnt in der Düsseldorfer Staatskanzlei, am 31. Januar 2007, mit einer Gesprächsrunde, in der absolute Vertraulichkeit vereinbart war:. Hier beschließen NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, sein Kultur-Staatsekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, der Chef des landeseigenen Baubetriebes wie der Duisburger OB Adolf Sauerland und eine Handvoll weitere Teilnehmer endgültig: Das neue Landesarchiv soll in Duisburg am Innenhafen auf dem Gelände des alten denkmalgeschützten RSWG-Speichers errichtet werden.

Notartermin abgesagt

Beim Notar soll zwei Tage später, am 2. Februar 2007, der Duisburger Eigentümer Olaf Koenig zwei Millionen Euro für seinen alten Speicher plus Grundstück zugesagt bekommen. Doch der Termin kommt nicht zustande. Er wird wenige Stunden vor Antritt abgesagt. Schnell wird klar warum: Der Grundeigentümer hat sein Objekt nicht dem Land NRW für bescheidene zwei Millionen, sondern an die Essener Kölbl und Kruse für knapp 3,85 Millionen Euro verkauft. Für die verdutzten wie verärgerten Akteure im Lande wird klar: „Da hat jemand aus der Gesprächsrunde strategisches Wissen weitergegeben.“

„Und damit hing das Land“, wie ein sachkundiger Beobachter sagt, „am Fliegenfänger“. Denn das Landesarchiv – so lautet bis heute der politische Beschluss der Landesregierung – soll in Duisburg am Innenhafen errichtet werden.

Es sei „die Zuversicht gewesen“, erklärte Kölbl-Kruse damals vor der Presse, dass „hier eine spannende Projektentwicklung möglich“ werde, die zum Erwerb des Grundstücks geführt habe.

Also versuchte das Land – zähneknirschend – statt mit dem eigenen Baubetrieb nun mit dem privaten Projektentwickler das öffentliche Projekt „Landesarchiv“ zu errichten. Für einen Spottpreis von 765.000 Euro verkauft die Stadt an die Essener fehlendes städtisches Gelände rund um den RWSG-Speicher, und das Land schließt mit den Essenern einen Mietvertrag über die künftige Nutzung des noch zu bauenden Archivgebäudes ab. „Doch das Ganze hat nicht funktioniert.“ Kölbl wollte vom Land 12 Millionen Euro Miete pro Jahr, berichtet entnervt ein intimer Kenner der Szene. Das wurde dann der Landesverwaltung doch zuviel. Also hat das Land von Kölbl und Kruse den Speicher, das Grundstück und den Mietvertrag gekauft. Denn von dem schönen Plan, in Duisburg das Landesarchiv NRW zu errichten, – das Gedächtnis des Landes – mochte niemand mehr abrücken.

Zähneknirschend

Und die Essener Geschäftsleute bewiesen Geschäftssinn. Was sie einst für rund 5 Mio. Euro kauften, boten sie nun für 21,6 Mio. dem Land zum Kaufe an. Den Verzicht auf den mit dem Land geschlossenen Mietvertrag ließen sie sich noch mal mit 8,3 Mio. Euro vergüten. Gesamtsumme: Beachtliche 29,9 Mio. Euro. Und das Land zahlte – zähneknirschend. Den Steuerzahler, so urteilen Bauexperten, habe dieses böse Indiskretion mindestens 10 Mio. Euro zusätzlich und sinnlos gekostet. Der Frankfurter Detektiv behauptet gar gegenüber der Staatsanwaltschaft, es seien 25 Millionen Euro an Schaden entstanden. Übrigens: Der Bau des Landesarchivs NRW, kostet heute komplett 158 Mio. Euro – angekündigt war er einmal für 80 Mio. Euro.