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Denk ich an Mülheim, wird meine Nacht unruhig und schlaflos ….

Verlust von Grünflächen in Mülheim unbedeutend?

Am 10.11.13 verschickte Prof. Sperlich folgenden Brief an
- die Fraktionen im Rat der Stadt Mülheim,
- die Mitglieder des Planungsausschusses
- die Bezirksvertretungen

Betr.: Die Grünflächen in unserer Stadt

Sehr geehrte Damen und Herren,

denk ich an Deutschland in der Nacht, denk ich an Europa in der Nacht, denk ich an das Weltgeschehen in der Nacht,

aber auch wenn ich an Mülheim denke, wird für mich die Nacht unruhig und schlaflos.

Ich bin Jahrgang 1937 und habe seit Kriegsende mit nur geringer Unterbrechung Mülheims Entwicklung verfolgen dürfen bzw. müssen. Wenn es auch Positives gab – die MüGa z. B. war ein Lichtblick – so war doch Vieles einfach traurig.

Wir hatten einmal über 50% Grünflächen im Stadtgebiet und die Stadt war lebendig. Mit der Auto-Mobilisierung begann der Krieg gegen die Natur, immer mehr Grünflächen wurden versiegelt. Besonders traurig: Böllerts Höfe, Saarner Kuppe, Öhmberg, Schultenberg, Mendener Straße, Gärtnerei Lohbeck, Stadtgärtnerei, Ruhrbania. Ein Ende ist nicht in Sicht: Tilsiter Straße, Schlippenweg, Otto-Pankok-Str., Lönsweg. Scheibchenweise geht immer mehr von dem verloren, was die Schönheit unserer Stadt ausmachte. Wollen Sie dabei helfen? Denken Sie doch bitte auch an die Verkehrsprobleme im Stadtgebiet, die durch die Zersiedlung der Landschaft immer größer werden, und das alles bei sinkender Bevölkerungszahl. Die Verkehrsplaner sind hilflos, sie schieben mit viel Aufwand durch Umbau und Ausbau von Straßen und Kreuzungen die Probleme von einer Stelle zur anderen, ohne eine Verbesserung zu erreichen – im Gegenteil, die Stadt ist bereits an vielen Stellen unwirtlich geworden, und durch Reduzierung des ÖPNV wird alles noch viel schlimmer. Eine nachhaltige Stadtplanung müsste anders aussehen. Es gibt darüber genügend gesicherte Erkenntnisse, auch Beispiele. Bitte denken Sie an die Zukunft unserer Stadt und lassen Sie zunächst einmal die Finger weg von den Grünflächen.

Mit freundlichen Grüßen,
Volker Sperlich

Im Umweltausschuss am 12.11.13 stimmte eine große Mehrheit bei dem Vorhaben der Stadt, Landschaftsschutz-gebiete an Löns-, am Aubergs- und am Stockweg in Baugebiete umzuwandeln, jeweils für Bauland statt Naturschutz, obwohl der Landschaftsbeirat dies einstimmig abgelehnt hat. Seit Ende der 50er Jahren hat sich die versiegelte Fläche in Mülheim verdoppelt, während die Bevölkerung weniger wurde! Mehr auch in

  • Mülheim schrumpft weiter, die Bauwut aber leider nicht! hier

Es klingt wie Hohn, wenn sowohl Wiechering (SPD) wie Niehoff (Grüne) die berechtigte Kritik von Prof. Sperlich in dem folgenden auszugsweisen WAZ-Artikel zu seinem Brief herunterspielen, s.u.!

Auch der folgende Brief blieb unberücksichtigt:

Im Namen der Bürgerinitiative Scheuerbach appelliere ich an die Mitglieder der BV 3 (Sitzung am 5.11.), des Umweltausschusses (Sitzung am 12.11.), des Rates der Stadt MH (Sitzung am 18.12),

den Landschaftsschutz für die an den Lönsweg angrenzenden Wald- und Grünflächen nicht aufzuheben und insoweit dem einstimmigen Votum des Landschaftsbeirates zu folgen, der die Aufhebung aus guten Gründen ablehnt.

Mülheim braucht wegen der abnehmenden Bevölkerungszahl keine neuen Bauflächen. Um so wichtiger ist es, für unsere Stadt eine Restattraktion in Form von Grün und Wald zu erhalten.

Wir nehmen insoweit auch Bezug auf unsere vielfachen Eingaben an die Stadt, die Fraktionen sowie die Geschäftsstelle des RFNP in Essen.

Wir hoffen dass die von uns Angesprochenen in vorderster Linie das Wohl unserer Stadt und aller Bürger derselben im Auge behalten.

Mit freundlichem Gruß
DR. GERD NIEHOFF

WAZ 13.11.13, der ganze Artikel hier

Bürger beklagt Verlust von Grünflächen in Mülheim

“…….  Geht die Stadtpolitik zu sorglos mit dem Grün um?
Der Vorsitzende des Planungsausschusses, Dieter Wiechering, glaubt dies nicht: „Für uns gilt nach wie vor, dass wir erst Innenräume verdichten, bevor wir Außenflächen für eine Bebauung nutzen.“ Nach wie vor sei über die Hälfte der Stadt Grünfläche, und dies, so Wiechering, soll auch so bleiben. Er betont wie der Vorsitzende des Umweltausschusses, Hubert Niehoff, dass Mülheim eine der ersten Großstädte mit einem Landschaftplan war, der Grüngebiete schütze. …….. Wer Grünflächen schützen wolle, müsse jede einzelne Fläche begutachten und auch die Zeitschiene ins Auge fassen, sagt Niehoff. Soll heißen: Es müsse verhindert werden, dass immer wieder Tabuzonen für Bauzwecke angeknabbert werden. Doch auch Niehoff hält nicht jede Kritik für berechtigt. „Überall, wo gebaut wird, gibt es auch Gegner – zum Teil mit sehr eigennützigen Interessen.“

Scheibchenweise geht immer mehr von dem verloren, was die Schönheit unserer Stadt ausmachte.“

Auf dem Feld Oppspring/Tilsiterstraße im Außenbereich sollen jetzt Neubauten für Luxuswohnungen entstehen

Angesichts vieler Verkehrsprobleme bezeichnet Prof. Sperlich Mülheim inzwischen als „unwirtlich“ und fragt Richtung Politik: Wollen Sie dabei helfen, dass die Zersiedelung der Stadt-Landschaft so weitergeht? ………

 

Beispielhaft auch folgender Leserbrief an die WAZ zu dem o.a. Thema:

In Mülheim werden immer mehr Grünflächen versiegelt: Seit Ende der 50erJahre hat sich die versiegelte Fläche fast verdoppelt (bei rückläufigen Bevölkerungszahlen). Die Baupolitik erfolgt m. E. ohne jede Weitsicht, siehe aktuell Oppspring/ Tilsiterstraße, Schlippenweg, Auberg, Otto-Pankok-Str. u.a. Objekte.

Auffallend ist, dass insbesondere in unserer Stadt der Flächenfraß nur von Bürgerinitiativen bekämpft wird. Da wird dann schnell der Vorwurf von Eigeninteressen ins Feld geführt.

Natur hat eben keine Lobby!
Selbst Umweltpolitiker nehmen es eher gelassen. Da wird auf der einen Seite beklagt, dass jede 2. Tierart mittelfristig aussterben wird, weil die Lebensräume immer weiter reduziert werden. Ferner, dass jeden Tag Flächen in Fußballfeldgrößen der Natur entzogen werden – aber der Klage folgen keine Taten. Es liegt (leider) in der Gestaltungshoheit der Kommunen, wo noch weiter Neubaugebiete erschlossen werden können.

Irgendwann wird man erkennen müssen, dass „Betongold“ ungenießbar ist.

Zum Thema u.a.

  • NRhZ Nr. 430 vom 30.10.13: “Trotz aller Propaganda und Schönfärberei: Mülheim schrumpft, doch Bauwut ungebremst!”, auch als pdf-Datei (186 KB)
  • Übersicht zu Mülheimer Bauprojekten von 2000 bis 2010 hier
  • Brief von Prof. Sperlich an alle Stadtverordneten: “Bitte helfen Sie, die Bebauungspläne Berger Straße und Tilsiter Straße zurückzustellen und lassen Sie die Planer gründlich neu überlegen, wie eine nachhaltige Stadtentwicklung zu erfolgen hat, bevor der Landschaftsfraß weiter um sich greift!” als pdf-Datei (66 KB)
  • “Mit Vollgas in den Leerstand?“ – Marktanalyse zum Mülheimer Wohnungsmarkt von Dr. Dietz als pdf-Datei (189 KB)
  • „Alle Revierstädte schrumpfen, nur eine nicht ….. Was ist das Wohlfühl-Geheimnis von Mülheim? so die Bild-Zeitung mit Foto der strahlenden OB am 28.9.2010. Wie bitte? Mehr hier
  • Mehr zu den Bauplänen in der Heimaterde hier

Mehr zur Mölmschen Bauwut im Harakiri-Stil

  • Okt. 13: Otto-Pankok-Str. und der Missbrauch des § 34 BauGB hier
  • Sept. 13: Kein Riesenreiterhof am Auberg! “Hände weg vom Auberg” fand keine Ratsmehrheit hier
  • Juni 13: Keine weitere Zerstörung oder Umbenennung von Mülheimer verbliebenen Rest-Schönheiten! hier
  • März 13: Bauen im Außenbereich von Holthausen gegen Sinn und Verstand! hier
  • März 13: “Schwesterngärten” bleiben grün! Prima! Frischluftschneisen in Holthausen aber nicht? hier
  • April 13: Schadensbegrenzung Ruhrbania nicht gewollt! Unfassbar! hier
  • Nov. 12: Ein erschreckend bauwütiger, rücksichtsloser Bauausschuss hier
  • Juli 11: “Unsere Stadt wird zugemauert” – Mölmsche Beton- und Filzpolitik hier
  • Feb. 11: Aus dem Innenleben des Mölmschen Filzes oder wie Mülheim an die Wand gefahren wurde … hier
  • Juni 11: Heikler B-Plan Kuhlendahl hier
  • Mai 11: Aus für zerstörerischen B-Plan Menden – endlich! hier
  • Feb. 11: MBI beantragen: Baupolitik umorientieren hier
  • Feb. 11: Mülheim, die Klimastadt mit heißer Luft? hier
  • Nov. 10: Das Jahrzehnt des totalen Ausverkaufs öffentlicher Güter in Mülheim hier
  • Juni 10: Die zerstörerische Mölmsche Bauwut ist Harakiri! hier
  • Mai 10: Immobilien-Haifischbecken MH hier