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Tollhaus Mülheim, Bspl. Kaufhof

Mülheim und das Ruhrbania-Fiasko, Bspl. Kaufhofruine und der befreundete Immobilienhändler und -spekulant

Der Kaufhof Mülheim, einst beliebtes Einkaufsziel am unteren Ende der Schloßstr. (damals allererste Fußgängerzone in NRW!), wurde im Mai 2009 auch wegen der jahrelangen Großbaustelle für Ruhrbania auf allen Seiten drumherum endgültig geschlossen zusammen mit dem zugehörigen Parkhaus.

  • 14.2.14: Stadt Mülheim als Ankermieter im leeren Kaufhof?
    Mülheimer Drunter und Drüber beim verzweifelten Rettungsversuch
    für Ruhrbania und Hoffmeister? hier

In der Woche vor der Kommunalwahl 2009 präsentierte Eigentümer Hoffmeister zusammen mit OB Mühlenfeld ein „Ruhrbanium“ von Kölbl-Kruse als Nachnutzungskonzept, was sich wenige Monate später als reine Luftnummer entpuppte. In 2010/11 wurde dann auf Veranlassung u.a. der OB fast ein Jahr lang intensiv untersucht, ob und wie der leere Kaufhof als Interims-FH umgebaut und genutzt werden könne, da der Bau der Hochschule Ruhr-West nach dem beschämenden Standortgerangel vor dem Doppeljahrgang an Abiturienten nicht mehr fertig werden konnte. Letztlich lehnte das Land wie erwartet eine Interims-FH im Kaufhof ab, weil viel zu teuer. (Die sinnvollste Übergangs-FH wäre übrigens in den leeren Babcock-Gebäuden und Labors in Oberhausen gewesen, doch allein der Gedanke daran verursachte im Mölmschen Kirchturm Weltuntergangsstimmung und wurde deshalb mit allen Mitteln verhindert).

Anfang 2012 wurde mit Bundesmitteln und Erfurter Professor die „charrette“ zur Kaufhofzukunft als große Bürgerbeteiligungsshow mit riesiger Propaganda durchgeführt. Ergebnis: Viele Vorschläge, viele Zeitungsartikel und alles für den Papierkorb?

In 2012 verkaufte Hoffmeister unabhängig von der charrette den Kaufhof an Projektentwickler Rosco aus Bad Hersfeld. Als der u.a. wegen mangelhafter Verkehrsanbindung im Frühjahr 2013 immer noch keinen Ankermieter finden konnte, wurde notgedrungen der Kaufvertrag rückgängig gemacht. Danach entstand die Diskussion, ob die Stadt die Ruine kaufen solle, wie von der SPD gewünscht. Alles versandete aber ohne erkennbare Lösungsansätze.

  • Mai 13: Kaufhofwiederbelebung, auch der dritte Versuch gescheitert hier

Mit Jahresbeginn 2014, nur wenige Monate vor der Kommunalwahl, wurde dann die nächste Runde Schaumschlagen eingeläutet:

Erst beschwerte sich die OB scheinheilig in der WAZ und gab sich enttäuscht: „Ich habe auf einen politischen Auftrag an die Verwaltung gewartet, einmal ein Konzept für eine Nachnutzung des Kaufhofes auszuarbeiten.“ (der ganze Artikel hier) Tags drauf wurde öffentlich, dass die Beteiligungsholding BHM klammheimlich eine Lösung für die Kaufhof-Frage in Mülheim ausbrüte mit eigenmächtigem Gutachten – OB und Planungsdezernent wollen nichts gewusst haben. Der WAZ aber lag ein entsprechendes Geheimpapier vor, in dem ein Abriss des Gebäudes beabsichtigt sein soll.

Und weiter im Tollhaus Mülheim, u.a.

NRZ, 13.1.14: „In sechs Monaten, kurz nach der Kommunalwahl, läuft rein formal die Bindungswirkung des Bebauungsplans ab. Danach könnte der neu gewählte Stadtrat frei sein, das Gelände umzuwidmen, theoretisch in eine Wiese, Könnte. Juristisch ist all das eine hochkomplexe Materie …………“

Wie bitte? Der B-Plan „Ruhrbania-Ruhrpromenade –Innenstadt 31“, zu dem auch der Kaufhof gehört, wurde 2007 rechtswirksam, allerdings an vielen Stellen (Tiefgaragen Stadtbadwohnungen, Stockwerkanzahl Baufeld 1 und 2, Nutzungsmöglichkeiten Ladenlokale, Bäume u.v.m. ohne B-Plan-Änderung willkürlich und gesetzeswidrig missachtet. Wieso nun eine Bindungswirkung des B-Plans existieren und auslaufen soll, ist völlig schleierhaft, unverständlich und den Kaufhof betreffend eher widersinnig. Der I 31 ist kein investorenbezogener B-Plan, also kann auch keine Bindungswirkung auslaufen, schon garnicht beim Kaufhof, dessen Nutzungsmöglichkeiten Bestandsschutz genießen, sofern nicht der B-Plan geändert wird, wie es die MBI seit Jahren vergeblich beantragten, nicht nur wegen des Kaufhofproblems. Hier sollen wohl über NRZ Gerüchte gestreut werden, wofür auch immer.

Und weiter im Tollhaus Ruhrbania:

WAZ 14.1.14: „Nach der jüngsten Berichterstattung forderte zunächst die CDU von SPD-Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld, sie solle endlich Rede und Antwort stehen „über die in der letzten Zeit geführten Gespräche und Verhandlungen mit dem Eigentümer der Kaufhof -Immobilie und mit Vertretern der NRW-Landesregierung zwecks Landesförderung für die Nachnutzung des Kaufhof-Areals“. Die CDU kritisierte, dass sie erst aus den Medien über diesbezügliche Gespräche erfahren habe.

Die SPD wiederum reagierte „mit Befremden“ auf Überlegungen des auf CDU-Ticket bestellten Planungsdezernenten Peter Vermeulen, die Kaufhof-Frage möglicherweise mit Hilfe des Planungsrechtes lösen zu wollen. „Die SPD spricht sich strikt gegen eine mögliche Enteignung oder ein rechtliches Baugebot aus. Das sind Methoden aus der Mottenkiste willkürlicher Zwangswirtschaft“, so Fraktionschef Dieter Wiechering.“ Mehr in „Wahlkampf mit der Kaufhof-Frage in Mülheim“ hier

Aha: Planungsrecht ist für Wiechering Zwangswirtschaft, zumindest, wenn es um die Bedienung SPD-naher Immobilienspekulanten wie MWB oder Hoffmeister geht. Alleine Hoffmeister hat sich an Gebäuden für die Stadt bereits so viele goldenen Nasen verdient, dass die Rathausflure kaum zum Aushängen aller Urkunden reichen würden! (u.a. MEG-Entsorgungszentrum Pilgerstr., Einkaufszentrum Dümptener Tor auf ex-MEG-Gelände, Sozialagentur im Easy-Tower, ehemaliges Straßenverkehrsamt Steineshoffweg ( leer aber angemietet bis heute), neues Bürger- und Straßenverkehrsamt im vorher lange leeren ex-Möbel Nohlen, ehemaliges Arbeitsamt, Feuerwehr und Fachhochschule auf dem ex-Bahn-Gelände in Broich, das die Stadt von der Bahn kaufte und an MWB/Hoffmeister weiterverkaufte, uswusf….. da muss die öffentliche Hand nicht auch noch Hofmeisters Fehlspekulation mit dem Kaufhof mit mind. 1,8 Mio. „entschädigen“.

Wat `n Chaos und was für Serien von Bankrotterklärungen, wenn es um die nicht zuletzt auch durch Ruhrbania erzeugte Hyper-Innenstadtkrise geht! Dabei ist der Kaufhof nur eines der vielen Mölmschen mutwillig aufgetürmten Unlösbarkeiten, vgl. u.a. WAZ-Jahresausblick auf 2014 vom 27.12.13:

  • “Flughafen, Straßenbahn, Kaufhof – zehn Herausforderungen für Mülheim 2014″ hier

Depot Speldorf, Fallwerk Jost, missratene Verkehrsführung, Zersiedelung durch Bauwut in Außenbereichen, die lebensgefährlich enge Bindung an das RWE und last, but not least die hoffnungslose Haushaltskatastrophe sind nur einige weitere Stichworte. Mehr auch in

Mehr zur Mülheimer Innenstadtkrise

  • Mai 13: Kaufhof kaufen? Nein! Das Fiasko Ruhrbania erst korrigieren! hier
  • Sept. 12: Ruhrzilla gegen Mölmsche Verschwendungsorgien? hier
  • Zum 1. April 2012: Hoffmeister verschenkt Kaufhof für Abriss! hier
  • 26.3.12: Hilfe für die Mölmsche Innenstadt durch Charrette? hier
  • 21.3.12: WAZ-Mülheim: Mülheim, Ruhrbania und der Trading-down-Effekt – „Laden-Mieter an Schloßstraße fordert 50 Prozent Mieterlass”
  • März 12: Innenstadthyperkrise größtenteils selbstgemacht? hier
  • Okt. 11: Verschwendungsorgien für die “Reise nach Jerusalem” in “Schlimm-City” a.d. Ruhrbania?! hier
  • Sept. 11: Schlimm-City oder alles nur halb so schlimm? hier
  • Interview Ende Juli 2011 in WAZ+NRZ mit Helge Schneider zu seiner Heimatstadt Mülheim: Überschrift „Die sind bekloppt“ Unterüberschrift „Sein Befund über die Innenstadt: Die ist tot“. Das ganze Interview hier.
  • Die MBI fragten “Ist Mülheim noch zu retten?”, nachzulesen hier
  • MBI-Zwischenbilanz Juli 11: “Mülheim im Abwärtsstrudel!” hier
  • Juni 11: Ruhrbania Desolata, und wie! hier
  • April 11: Ruhrbania-Wahnsinn als urbaner Suizid wider besseres Wissen!? hier
  • April 11: Bankrottania hier
  • Feb. 11: Aus dem Innenleben des Mölmschen Filzes oder wie Mülheim an die Wand gefahren wurde …. hier
  • Meldungen und Berichte zur schweren Krise der Mülheimer Innenstadt, chronologisch von März 2009 bis Sept. 2010 als pdf-Datei (264 KB)
  • Aug. 10: Innenstadtkrise fffff: Auch vanderLinden am Ende hier
  • Mai 10: Abbruch West mit Ruhr? Hiobsbotschaften am Fließband hier
  • April 10: Wochenmarkt Schloßstraße endlich gesichert! Fast verraten und versandert, zum Glück nur fast! hier
  • März 10: Innenstadtkrise fff.: Chaos pur, in MH a.d.Ruhr!? hier
  • März 10: Bodo Scheibel gestorben, Hoffmeister nun allein zuhaus im Kaufhof! hier
  • “Ruhrbania, Ruhrbanium, Ruhrbaniae, Ruhrbanio, Ruhrbaniorum …. anno 2009“:  Ein  Leuchtturmprojekt als Scherbenhaufen und finanzielles Debakel als PDF-Dokument (134 KB)
  • 10.6.09: MBI-Dringlichkeitsantrag für die Sitzung des Rates der Stadt Mülheim am 18.6.09 für eine Mülheimer Initiative zur Prüfung der Weiterführung des Mülheimer Kaufhofs in einer zukünftigen Kaufhaus AG als Fusion Karstadt-Kaufhof nach der Arcandor-Insolvenz: “Erhalt der Mülheimer Kaufhäuser – Das Herz des Einzelhandels unserer Stadt muss eine Zukunft haben!” hier