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200 Jahre FWH – die Hütte, Mülheim und die Mülheimer/innen

Die Friedrich-Wilhelms-Hütte (FWH) ist eine Stahlgussfabrik mit Sitz in Mülheim an der Ruhr. Erstmals im Ruhrgebiet erfolgte hier 1849 die Herstellung von Roheisen in einem Hochofen, der mit Koks beschickt wurde. Das Unternehmen war bis 1998 Teil des Thyssen-Konzerns und gehört seit der Fusion von Thyssen und Krupp zur Georgsmarienhütte GmbH, Eigentümer ein gewisser Jürgen Großmann, Mülheimer mit Wohnsitz in der ex-Thyssen-Villa im Uhlenhorst.
Das wichtigste Werk in der Geschichte der Ruhrgebietsstadt Mülheim a.d. Ruhr wurde 1811 von Johann Dinnendahl als mechanische Werkstatt gegründet und es feierte am 24. Juni 2011 seinen 200. Geburtstag. In Mülheim wird die FWH meist nur „die Hütte“ genannt.
Die MBI als drittstärkste Fraktion im Rat der Stadt hatten keine Einladung erhalten. Warum wohl nicht? Kritik an der FWH seitens der MBI oder gar Auseinandersetzungen zwischen MBI und FWH hat es bisher nicht gegeben. In trauter Einigkeit feierten Ministerpräsidentin, Stahlmilliardär und OB das Jubiläum dieses traditionsreichen Werks und wichtige Arbeitsstätte vieler Mülheimer über viele Generationen.

Das bundes- und weltweit bekannte Trio nutzte den 200jährigen Geburtstag der Hütte zur Mahnung gegen eine Energiewende weg von Atom und Kohle, vgl. WAZ-Artikel (Link unten).
Die FWH grenzt direkt an die Ruhrbania-Trümmerfelder mit ihrer Wahnsinnsriesenbaustelle am Brückenkopf der Konrad-Adenauer-Brücke. Hütteneigentümer Großmann ist ja nebenbei der RWE-Chef und bekannter Atomkraftfanatiker. „Seine“ OB Mühlenfeld, deren persönliches Prestigeprojekt Ruhrbania ist, sitzt außerdem im RWE-Aufsichtsrat und deren Mölmsche Parteifreundin Hannelore Kraft ist daneben noch NRW-Ministerpräsidentin.
Die MBI hatten nicht nur das absehbare schlimme Scheitern von Ruhrbania vorhergesagt und versucht, das Schlimmste mit Anträgen und Bürgerbegehren zu verhindern oder abzumildern. Sie sind auch stets als konsequente Kritiker der RWE-Hörigkeit der Stadt Mülheim aufgetreten, ob bei der Privatisierung von Gas, Wasser, Müll usw. immer an das RWE, ob zu den unverschämt hohen Vergütungen für die RWE-Aufsichtsrats“tätigkeit“ der OB, ob zu den unverantwortlichen Atom-Abenteuern des Herrn Großmann in Bulgarien (Belene), Rumänien usw., ob zu seiner Klage gegen das Atom-Moratorium nach Fukushima und nun auch noch gegen die Brennelementesteuer, ob zu dem gescheiterten Versuch, Mülheim mit „smart meter“ und Elektro-Smart zur RWE-Modellstadt zu machen, ob zum Vorhaben des RWE, den RWW-Wasserpreis zur flatrate umzuwandeln, ob zum dreisten Versuch, die Mülheimer Stromkonzession vorzeitig mit dem RWE zu verlängern uswusf…….
Die MBI standen und stehen bzgl. des RWE notgedrungen immer auf der Gegenseite, weil die Abhängigkeit von dem Monopolisten der Gesamtstadt Mülheim und ihren Bürgern mehr schadet als nutzt. Das wird in den kommenden Jahren richtig bitter für Großmanns Heimatstadt, weil der den Konzern mit seinen unternehmerischen Fehlentscheidungen in eine Riesen-Krise gebracht hat. Mehr auch hier
Kurzum: Gründe, warum die MBI nicht zur 200-Jahrfeier der Hütte geladen wurden, gibt es aus Sicht von Herrn Großmann und Frau Mühlenfeld sicherlich viele. Ob das als demokratisch korrekter Stil zu werten ist, steht auf einem anderen Blatt.
Übrigens war die FWH im 1. Weltkrieg gar die größte Waffenschmiede des Kaisers! Auch nach dem 2. Weltkrieg arbeiteten dort bis zu 15.000 Leute. Heute sind es noch 600. Viele Mülheimer haben in der Hütte ihre Lehre gemacht mit hervorragender Qualität.

Ja selbst bei dem ursprünglichen Ruhrbania-Entwurf ging es um die Hütte und nicht um das heutige Stück zwischen Schloß- und Nordbrücke. Der damalige ex-SPD-Chef Gerd Müller war auch Direktor des Wasserwerks RWW, das an das RWE verkauft werden sollte. Im Herbst 2001 verkündete der ex-SPD-und RWW-Chef allen wichtigen Mülheimern seine Vision von Stadtentwicklung, die er Ruhrbania taufte. Diese bestand aus 2 Teilen links und rechts der Ruhr nördlich der Nordbrücke, anschließend an die Mülheimer Innenstadt. Im damaligen (und heutigen) Wassergewinnungsgebiet des RWW neben der Brücke sollte „Wellness auf hohem Niveau“ entstehen und auf dem FWH-Gelände am anderen Ufer hochwertiges Wohnen. Diese Vision hätte eine riesige Aufwertung der Stadt bedeutet, ganz unabhängig davon, dass das RWE beim bevorstehenden RWW-Kauf einen Riesenreibach gemacht hätte, da Grundstücke und Gebäude beim Verkaufspreis (Ertragswert) des RWW völlig unberücksichtigt blieben und das Gelände neben der Brücke doch riesig ist.
Doch Müllers Vision war nicht umsetzbar aus 2 Gründen: Zum einen sperrten sich alle Düsseldorfer Behörden gegen jegliche Bebauung des Hochwasserüberflutungsgebietes, das das Wassergewinnungsgelände darstellt, auch um den Duisburger Hafen (Europas größter Binnenhafen) nicht weit dahinter zu schützen. Zum zweiten sperrte sich die Rest-FWH, obwohl sie damals in schwerer Krise war, bevor Großmann sie später übernahm.
So wurde nichts aus diesem eigentlichen Ruhrbania. Nach dem schändlichen CDU-Baganz-Abgang Ende 2002 trat die SPD-Kandidatin Mühlenfeld 2003 mit einer neuen Variante von Ruhrbania an und sie wurde gewählt, aber weniger wegen Ruhrbania, das den meisten Mülheimern bei dieser Wahl höchstens schemenhaft bekannt war. Mühlenfeld`s Vision aber von Ruhrbania mit Flaniermeile zwischen Schloß- und Nordbrücke krankte von Anbeginn daran, dass bestehende und funktionierende Infrastruktur dafür erst zerstört und Ersatz gefunden werden musste. So wurde aus der Vision eher eine Fiesion mit verheerenden Folgen für die Finanzen, das Stadtbild, die Innenstadt und die Verkehrsführung.
Man sieht: Bei sehr vielem in Mülheim spielt „die Hütte“ eine übergeordnete Rolle. Dass die FWH dabei immer „als zuverlässiger Partner die Entwicklung der Stadt geprägt“ hat, wie Frau Mühlenfeld es in ihrer Rede nannte (Zitat aus NRZ), mag man stellenweise durchaus anders bewerten.

Friedrich-Wilhelms-Hütte feiert 200. Geburtstag stilvoll

WAZ-Mülheim, 24.06.2011, Mirco Stodollick, der ganze Artikel hier

Eine Hütte, drei Mülheimer
Mülheim. Wenn ein Urgestein der Mülheimer Wirtschaftsgeschichte 200. Geburtstag feiert, dann darf die Produktion zumindest in Teilen schon mal stillstehen: Die Friedrich-Wilhelms-Hütte feierte am Freitag mit 340 geladenen Gästen aus Wirtschaft und Politik in der Putzereihalle ihrer Eisengießerei ihr stolzes Jubiläum. …….
Festlich geschmückt kam die Halle daher, wo sonst schmutzige, körperlich höchst anstrengende Arbeit zu verrichten ist. Kronleuchter über weiß bespannten Tischen und Stühlen, Festtagsgeschirr, dazu feine Ruhrgebietsküche aus zwei Jahrhunderten vom TV-bekannten Revierkoch Heinrich Wächter – ein stilvolles Ambiente bot sich den 340 Gästen gestern auf dem Werksgelände der Hütte, die 1811 als mechanische Werkstatt von Johann Dinnendahl ihren Anfang nahm.
Reichlich Prominenz
Neben Geschäftspartnern der Hütte versammelte sich reichlich Prominenz in der Halle, darunter NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, OB Dagmar Mühlenfeld und Dr. Jürgen Großmann, als Mülheimer Unternehmer-Schwergewicht Gesellschafter der Georgsmarienhütte Holding, unter deren Dach die Friedrich-Wilhelms-Hütte seit nun mehr zehn Jahren Freiheiten eines Mittelständlers genießen darf.
„Das ist beileibe kein selbstverständliches Jubiläum“, sagte Großmann in seiner Festrede ………. Immer wieder hätten Krisen, auch „strategisch zweifelhafte Entscheidungen“ die Hütte vor existenzielle Fragen gestellt, zuletzt habe die Finanz- und Wirtschaftskrise eine große Herausforderung bedeutet. …….
Großmann warnte auch: Wettbewerbsnachteile gegenüber dem billiger produzierenden Ausland seien kaum mehr wettzumachen. ………
Forderung nach umsichtiger Umsetzung der Energiewende
In die gleiche Richtung gingen Hannelore Kraft und Dagmar Mühlenfeld in ihren Reden. Der Atomausstieg, so Mühlenfeld, dürfe nicht dazu führen, „dass unser Land seine wesentlichen industriellen Grundlagen verliert“. Sie forderte eine umsichtige Umsetzung der Energiewende ebenso wie die Ministerpräsidentin: „Wir werden darauf achten, dass es verlässliche Rahmenbedingungen gibt. Energieintensive Unternehmen sollen hier weiter wettbewerbsfähig agieren können.“

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