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ÖPNV-Fusion Essen/Mülheim: Endlich, aber nur ein Anfang!

Überfällige ÖPNV-Fusion MVG/EVAG als 1. kleiner, aber wichtiger Schritt:
Hätte man nur eher auf die MBI gehört ………. Wenn sich das Kirchturmsdenken nicht ändert, wird auch diese Fusion nicht richtig gelingen!

OEPV-VerbesserungDie hoffentlich baldige Fusion der Nahverkehrsbetriebe von Essen und Mülheim ist ein kleiner wichtiger Schritt in die lange überfällig notwendige Richtung. Seit bestimmt 1 Jahrzehnt forderten dies die MBI und sie standen damit lange ziemlich alleine zumindest im politischen Raum und bei den Leitmedien. Oft wurden sie dafür in Mülheim ziemlich rüde abgekanzelt. Im Kommunalwahlkampf 2014, siehe Plakat rechts, stellten die MBI als einzige genau diese Forderung ganz nach oben. Alle anderen Parteien und Gruppierungen zankten sich noch weiter über den Mülheimer Unfug mit „Bus statt Bahn“. Auch bei ihrer Kritik an der halbherzigen und aufgesetzten VIA blieben die MBI alleine und von den WAZ-Medien zumeist verschwiegen. Im letzten Hauptausschuss Ende Juni hatten die MBI z.B. einen konkreten Fragenkatalog zur VIA-Auflösung gestellt. OB und Kämmerer beantworteten die Fragen aber nur ausweichend und mit heftigen, ungerechtfertigten Attacken auf die MBI. Dem anwesenden WAZ-Redakteur war das kein Artikel wert. Wenigstens brachte die WAZ Wochen später folgende MBI-Meldung vom 21. Juli: „ Duisburg verläßt die VIA. Wie es weitergehen soll mit der lange überfälligen Kooperation und Verschmelzung der Verkehrsbetriebe im Ruhrgebiet, weiß keiner. Nun wird der Vertrag mit dem MVG-Chef Wandelenus nicht verlängert. Angeblich soll laut einem WAZ-Bericht einer neuer Chef her, der angeblich auch gleichzeitig Chef der Rest-VIA sein soll. Die MBI lehnen dies ab und fordern ernsthafte Schritte Ri. Fusion, d.h. ein einziger, externer Geschäftsführer der hoffentlich bald vergrößerten VIA. Düsseldorf muss endlich eingreifen und den Fusionsprozess in die Hand nehmen!“ Mehr in „Ohne Wenn und Aber: ÖPNV-Gesellschaften im Ruhrgebiet fusionieren!“ hier

Keinen Monat später verkündeten nun die beiden OB`s die baldige Fusion von EVAG und MVG und lösten damit wahre Begeisterungsstürme landesweit aus, nicht nur in der lokalen WAZ, sondern gar als Hauptartikel der Gesamt-WAZ und einer weiteren Seite im Wirtschaftsteil. Die Minister Groschek und Duin, der VRR, Pro Bahn, alle Mülheimer Ratsfraktionen außer den Kirchtürm`lern der BAMH, Ver.di uswusf. begrüßen nun die Ankündigung der Fusion, laut WAZ eine „Weichenstellung fürs Revier“ (was nahezu alle der Lobenden vorher blockiert hatten!). Na denn bzw. schön wär`s, wenn nun fast alle auch wirklich an einem Strick ziehen würden. „Natürlich“ wird nicht erwähnt, wie sehr die MBI immer und immer wieder darauf hingewiesen haben, dass der ÖPNV im Ruhrgebiet ohne einheitliche Verkehrsgesellschaft überhaupt nicht mehr in den Griff bekommen werden kann.

Na gut, gemäß einem Sprichwort gilt der Prophet nix im eigenen Land,
doch hilft das nicht weiter, denn die Fusionsankündigung besagt noch nichts darüber, ob sich daraus auch wirklich Zukunftsträchtiges entwickelt, das auch für das gesamte Revier ausbaufähig sein wird. Noch sitzt das Kirchturmsdenken in der Lokalpolitik und -medien aller Teilstädte sehr tief und diese Landesregierung hat sich bislang sehr gescheut, daran zu rütteln. Insbesondere der Verkehrsminister aus Oberhausen war bzgl. möglicher Lösungen für das riesige ÖPNV-Problem des Ruhrgebiets bisher ein Totalausfall, auch wenn er sich nun auf den Hoffnungsschimmer EVAG/MVG-Fusion draufsetzen will. Gerade von ihm als zuständigem Minister für Planung und Geld muss aber viel mehr Initiative kommen.

Soll diese kleine Fusion gelingen und sollen weitere folgen, müssen auch vor Ort und beim Land noch begleitende Beschlüsse her. Die MBI haben dazu zuletzt bereits Forderungen und Anträge gestellt, die aber gemäß regelmäßiger Böswilligkeit nicht abgestimmt oder weggestimmt werden, was den Lokalmedien leider keine Meldung wert war, ob aus dem Ausschuss im Juni oder zuletzt dem Rat im Juli, als SPD, CDU, FDP und Grüne den MBI-Antrag dreist von der TO stimmten.
Diese MBI-Anträge wollen zum einen das sofortige Aussetzen des unausgegorenen Mülheimer Nahverkehrsplan (NVP) und zum zweiten verschiedene konkrete Beschlüsse zu Straßenbahnlinien, u.a. die Verlängerung der 104 ab Stadtgrenze bis Essen-Helenenstr., auf bestehenden Schienen. Wenn aber der Mülheimer NVP weiter umgesetzt wird und die perspektivlose Dauerdiskussion um Straßenbahn-Stilllegungen nicht beendet wird, dann wird aus der Fusion von EVAG und MVG nur ein neuer VIA-Aufguss als Problemfall. Mehr u.a. in

  • Juni 16: Nahverkehr als Kreisverkehr mit Dauerschleife? „Bus statt Bahn“ – Mehr Wahn als Plan? hier
  • Mai 16: ÖPNV-Zukunft in Mülheim als perspektivlose Gutachteritis? hier

Der Essener NVP befindet sich übrigens gerade in der Aufstellung, doch es wäre nötig, einen gemeinsamen NVP zu erarbeiten, und zwar jetzt, wann denn sonst?
Außerdem müssen schnellstens Gespräche mit Oberhausen und den Bogestra-Städten beginnen, aber auch weiter mit Duisburg, um aus der „Weichenstellung“ heraus auch wirklich ganz andere Fahrt aufzunehmen, als die bisherige ruinöse Talfahrt. Dazu muss aber das Land seine passive Haltung endlich aufgeben. Das dürfte eigentlich nicht so schwer sein: Kraft kommt aus Mülheim, Kutschaty aus Essen, Groschek aus Oberhausen und Jäger aus Duisburg, also sind alle zentralen Ministerien für weitergehende ÖPNV-Fusionen mit Leuten aus dem westlichen Ruhrgebiet an der Spitze. Wenn die nur wollten …..

Die gigantische ÖPNV-Krise im Ruhrgebiet geht nur noch ohne Kirchtürmelei zu lösen!

Der ÖPNV im Ruhrgebiet ist der teuerste und ineffektivste aller Metropolregionen in Europa. Dazu kommt ein gigantischer Sanierungsstau, nicht zuletzt für die schweren Fehler durch die damals prestigeträchtige „Tunnelitis“ für ein U-Bahnnetz als Stückwerk. Die einzig mögliche Voraussetzung, das noch halbwegs aus der Sackgasse heraus zu bekommen, ist die Beendigung der Kirchtürmelei und Verschmelzung der vielen Verkehrsbetriebe, oft von nur einer Teilstadt. Es ist ja schön, dass die meisten Blockierer der Vergangenheit nun die MVG/Evag-Fusion begrüßen oder dass die lokale WAZ einzig dem OB das auf die Fahnen schreiben will, der aber bis zuletzt noch ins Gegenteil zu wirken versuchte. Dennoch wird man das Riesendesaster des ÖPNV im Revier mit den bisherigen Halbherzigkeiten und Eigenbrötlereien nicht bewältigen können.

Flughafenast-DieStoryMehr zum Thema findet man auch in einem 45-minutiger Fernsehbericht des WDR vom 15.9.14: „DieStory – Endstation – Kollaps im Nahverkehr“ hier und auf youtube hier

Zur Erinnerung auch die MBI-Glosse zum 1. April:
Man glaubt es kaum! Pünktlich zum 1. April 2016 die Sensation: Stadt Mülheim verschenkt Verkehrsbetrieb für Fusion mit Nachbarstädten und trennt sich schlagartig von allen RWE-Aktien!“ hier