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Hauptschule Bruchstrasse als Gesamtschule? Wenig realistisch!

Gesamtschule an die Bruchstr.? Welche Schule dafür schließen?

Vorab:

  • Die Mülheimer Schullandschaft ist insgesamt gut und vielfältig, wenn auch in der Verteilung über das Stadtgebiet unausgewogen. In Speldorf z.B. gibt es überhaupt keine weiterführende Schule mehr, nachdem auch die dort eigentlich nicht hin gehörende Hauptschule geschlossen werden musste. Auch die Gesamtschule in Saarn hat dort nicht den besten Standort. Doch das sind alles Erblasten aus der Vergangenheit
  • Die am stärksten nachgefragte Schule ist seit langem die Gustav-Heinemann-Gesamtschule fast am Stadtrand. Ebenso wie bei der Gesamtschule Styrum am Stadtrand wird immer auch eine beträchtliche Anzahl Schüler aus der direkt angrenzenden Nachbarstadt dort angemeldet.
  • In jeglicher Diskussion um Schulentwicklungsplanung sind die 3 großen PPP-Schulen selbst theoretisch nicht mehr diskutierbar. (Karl-Ziegler- und Luisen-Gymnasium sowie Willy-Brandt-Gesamtschule Styrum), da jeweils auf 25 Jahre teuer von der Strabag „angemietet“.
  • Seitdem vor Jahren abgeschafft wurde, dass die Grundschulempfehlungen für die Anmeldung an weiterführenden Schulen verpflichtend sind, sterben bei zurückgehenden Schülerzahlen vornehmlich die Hauptschulen überall im Land, am deutlichsten in Städten und am gehäuftesten im Ruhrgebiet. Das ist auch in Mülheim so, denn in wenigen Jahren wurden zuletzt die HS Kleiststr., dann HS Frühlingstr. mangels Schülern geschlossen. Nun folgt wenig überraschend die vorletzte Mülheimer Hauptschule.

Die Hauptschule Bruchstr. darf nun keine Eingangsklasse mehr bilden, weil es nur noch 15 Anmeldungen gibt. Das hat die Bezirksregierung (RP) verfügt. Der Rat der Stadt muss nun die sukzessive Auflösung der Schule beschließen. Tut der Rat dies nicht, wird der RP das anordnen, da er laut gültigem Schulgesetz dazu verpflichtet wäre.

Das Bedenkliche dabei ist nur, dass der erfolgreiche Bürgerentscheid von letztem Jahr, für den sich neben SPD, Linken und MLPD auch Frau OB Mühlenfeld und Frau Ministerpräsidentin Kraft stark machten, bekanntlich zwar mindestens 2 Jahre Bindewirkung hat, nur in der Realität nicht wirklich umgesetzt werden kann. Der RP schreibt dazu: „“Ich gehe davon aus, dass aufgrund dieser eindeutigen schulrechtlichen Situation das Bürgerbegehren aus dem Jahre 2012 einem solchen Beschluss (Anm. Ratsbeschluss zur sukzessiven Auflösung der Schule) nicht entgegenstehen darf.“

Da dürfte auch juristisch kaum noch etwas zu machen sein.

Die Anmeldezahlen zur HS Bruchstr. waren auch in den Vorjahren nicht bedeutend höher, so dass es sich keineswegs um eine Ausnahmesituation handelt. Laut Schulgesetz § 82 Abs. 3 müssen Hauptschulen mindestens zwei Parallelklassen pro Jahrgang haben, Klassenfrequenzrichtwert 24 pro Klasse. Da die 15 Anmeldungen auf die verbliebene Hauptschule Hexbachtal und theoretisch auch z.B. zur Gesamtschule Saarn oder an eine der drei Realschule umgemeldet werden können, stellt der vom RP geforderte Ratsbeschluss auch keine unzumutbare Härte dar. Es gibt also auch keine rechtliche Möglichkeiten auf Ausnahmeregelungen für die Hauptschule, die sich jetzt Max-Kölges-Schule nennt.

Das „Bündnis für Bildung“, das in Wirklichkeit einzig ein Bündnis für den Erhalt des Schulstandorts Bruchstr. ist, fordert nun, eine Gesamtschule an der Bruchstraße zu errichten, vgl. WAZ-Artikel vom 20.4.2013 hier.

Selbst die SPD hält dies für unrealistisch, weshalb sie einen Teilstandort vorschlägt. Also z.B. eine Art Stufenschule etwa in Kooperation mit der Gustav-Heinemann-Gesamtschule. Ob die das mitspielen würde, kann man durchaus und aus vielerlei Gründen bezweifeln.

Wenn der Standort Bruchstraße als weiterführende Schule auch in Zukunft existieren soll, dann bleibt am wahrscheinlichsten nur eine Sekundarschule, also eine Gesamtschule ohne Oberstufe. Dafür müsste aber die Bruchstr. mit einer Realschule zusammengehen, am Sinnvollsten die an der nahen Mellinghofer Straße, theoretisch auch die Realschule Stadtmitte. Beide wollen aber definitiv nicht und das nicht erst seit heute. Das war nämlich schon über Jahre das Problem der „Zukunfts“schule von Hochtief und Frau Mühlenfeld.

Das wusste das Bündnis auch lange vor dem Bürgerentscheid. Deshalb ließ man die Frage nach der Schulform bei Auslaufen der Hauptschule auch sehr vage im Raume stehen. Erst einmal sollte diese angeblich so vorbildliche und vom Land ausgezeichnete Hauptschule weiterbestehen. Keine andere Mülheimer Schule hat auch derart viel Unterstützung von außen bekommen wie diese Hauptschule. Nur es half alles nichts, da zwar 17.000 für den Erhalt stimmten, aber nur 15 Eltern ihr Kind dort anmelden wollten. Auch das war genau genommen keine Überraschung, weil seit Jahren ähnlich und zudem im Trend aller Ruhrgebietsstädte. Das hat seine Gründe und Ursachen, ob man die mag oder nicht.

Nach dem unvermeidlichen Auslaufen der Hauptschule eine Schulneugründung für diesen Standort zu unternehmen, würde die Mülheimer Schullandschaft ohne wirkliche Not doch etwas durcheinander wirbeln. Ob die Schulbehörde in Düsseldorf dies genehmigen würde, ist bereits unwahrscheinlich.. Selbst wenn eine Schulneugründung genehmigt würde, ist es ungewiss. ob sich dann bei insgesamt stadtweit rückläufigen Schülerzahlen überhaupt genügend Schüler für z.B. eine zusätzliche Gesamtschule an der Bruchstraße finden würden (mind. 4 Züge sind erforderlich!).

Das Bündnis für den Schulstandort Bruchstr. beruft sich bei ihrem neuerlichen Ziel der 4. Gesamtschule in Mülheim darauf, dass es jährlich bisher viel mehr Anmeldungen für Gesamtschulen gab als Plätze. Doch man kann diese nicht einfach auf eine zusätzliche Gesamtschule verteilen, wegen der vielen auswärtigen Anmeldungen (132 dieses Jahr), wegen der Anmeldeschwäche der Gesamtschule Saarn, aber auch wegen rückläufiger Schülerzahlen und damit auch der Gesamtschulanmeldungen (dieses Jahr 46 weniger als im Vorjahr).

Als von 2006 bis 2010 die sog. “Zukunftsschule” von Hochtief und Frau OB Mühlenfeld beschlossen und mit Volldampf geplant wurde, haben die MBI immer und immer wieder vergeblich gefragt, welche Schulform denn dort angeboten werden solle. Die MBI haben damals gefordert, dass –wenn überhaupt – nur eine Gesamtschule Sinn mache, aber auch nur, wenn von vorneherein geklärt und gesagt würde, welche andere Schule dafür dicht gemacht werde. Viele Jahre später ist nun der Zug für eine zusätzliche Mülheimer Gesamtschule, egal an welchem Standort, längst abgefahren, ob es einem gefällt oder nicht.

Mehr zum Dauerkonflikt über Schulentwicklungsplan, Zukunft der HS Bruchstraße und Bürgerentscheid dazu

  • 22.3.13: HS Bruchstraße muss sukzessive aufgelöst werden! hier
  • xtranews 23.4.12: Mülheim, die gerettete Hauptschule und der Schulfrieden oder: Das große Ablenkungsmanöver
  • 21.4.12: Chaoscity mit Ruhr hier
  • 20.4.12: Hauptschule Bruchstr. bleibt erhalten und nun? hier
  • 16.4.12: Mölmsches Chaos trotz(t) Kraft hier
  • Jan. 12: Gemeinsamer Antrag von SPD und MBI zur Durchführung eines Ratsbürgerentscheids zur Zukunft des Schulstandorts Bruchstr. als weiterführende Schule für die Ratssondersitzung am 16.1.2012 als word-Datei (33 KB
  • Dez. 11: Bürgerentscheid zu Erhalt oder Schließung der HS Bruchstraße! Lasst die Bürger entscheiden! hier
  • Juli 11: Schulk(r)ampf auf Mölmsch: Ein Stück aus dem Tollhaus? hier
  • Feb./März 11: Schulbedarfsplanung mit oder ohne den Standort Bruchstraße? Mit oder ohne Getöse? hier
  • Okt. 10: Schulentwicklungsplanung auf Mölmsch hier
  • Okt. 10: Zukunftsschule ohne Zukunft! hier

Mehr zum Bürgerentscheid 2012

  • MBI-Stellungnahme für ein Nein beim Bürgerentscheid als pdf-Datei (8 KB)
  • Nein zum künstlichen Erhalt der Hauptschule Bruchstraße! hier
  • Und wenn die Hauptschule Bruchstr. erhalten bleiben muss? hier
  • Sendung von Radio Mülheim vom 20.3.12 zu Pro und Kontra Bürgerentscheid zu Erhalt oder Schließung der Hauptschule Bruchstraße in selektiven Ausschnitten von der Veranstaltung im Bürgergarten auf youtube hier
  • Bauernfängerei und Irreführung zum Bürgerentscheid? hier
  • Offizielles Informationsblatt zum Bürgerentscheid am 22. April mit allen Stellungnahmen als pdf-Datei (1,6 MB)